Mein Beitrag auf der No Pasaran Konferenz 2022, für Aufstehen gegen Rassismus habe ich am Abschlusspodium „Die extreme Rechte besiegen: Wie geht es weiter?“ teilgenommen.

(english version below)

Liebe Genossinnen und Genossen,

Liebe Freundinnen und Freunde

 

ich spreche heue für Aufstehen gegen Rassismus

ein bundesweites Bündnis, dass sich heute an den Aktionen zum  internationalen Aktionstag gegen Rassismus unter dem #worldagainstracism in vielen Städten in der ganzen Welt.

 

Die extreme Rechte besiegen?

 

Der Aufstieg und die Etablierung der AfD hat in Deutschland die extreme Rechte insgesamt gestärkt, die Polarisierung der Gesellschaft über Fragen des Rassismus verstärkt und zu einem Anstieg Rassistischer Gewalt geführt.

Der Widerstand und die Mobilisierung gegen extreme Rechte wie in Deutschland die AfD ist ein Schlüssel für den Kampf.

Aufstehen gegen Rassismus sorgt mit Anderen dafür, dass es keine Bundesparteitag der AfD ohne lauten Protest gibt.

Wenn faschistische oder extrem Rechte Parteien ohne Widerspruch Demonstrationen oder Veranstaltungen abhalten können, trägt das zu ihrer Normalisierung und Legitimation bei.

 

Position beziehnen gegen die Erzählungen mit denen extrme Rechte versuchen anzudocken am Bewußtsein der Mehrheit.

 

  • Aktuell erleben wir es mit dem Aufschwungs von Verschwörungsmythen durch die so genannten „Corona- und Impfgegener-Proteste“, denen wir uns entschieden entgegen stellen.

 

  • Wir heißen Flüchtling willkommen

Angesichts der vielen Menschen, die vor dem Putins Krieg aus der Ukraine flüchten sagen wir:

Flüchtlinge sind willkommen!

Die Hilfe für die ukrainischen Geflüchteten zeigt dass Solidarität mit Menschen in Not möglich ist.

Wir bekommen mit, dass syrische und afghanische Flüchtlinge Platz in schlechte Unterkünfte umgesiedelt werden, um Platz zu machen für ukrainische Flüchtlinge.

Es ist nicht akzeptabel, wenn die eine Gruppe von Geflüchteten gegen die andere ausgespielt wird.

Gleichzeitig berichten Schwarze Menschen, Muslime und People of Colour, die versuchen aus der Ukraine zu fliehen, von Gewalt und brutaler Zurückweisung an den Grenzen.

Täglich ertrinken Geflüchtete im Mittelmeer und erfrieren an der polnisch-belarussischen Grenze.

Egal ob aus der Ukraine oder Afghanistan, Syrien oder dem afrikanischen Kontinent:

All Refugees are Welcome here!

 

  • Wir kämpfen gegen den tagtäglichen Rassismus

Islamfeindlichkeit, Antisemitismus, Antiziganismus,

und jede andere Form von Rassismus!

Nach Putins brutalem Angriffskrieg auf die Ukraine erleben russischesprachige Menschen in Deutschland verstärkt Anfeindungen.

 

 

 

Wie tief verankert rassistisches Denken und Handeln in öffentlichen und staatlichen Strukturen sind, zeigte sich erst vor wenigen Wochen in Berlin: Die 17jährige Dilan wurde an einer Straßenbahnhaltestelle von sechs Erwachsenen rassistisch beleidigt, verprügelt und getreten — so lange, bis sie ins Krankenhaus musste. Niemand griff ein. Polizei und Presse gaben sogar ihr die Schuld für den Angriff.

 

Oder alltäglich:

Asmaa Eine Schülerin, die Praktikum an einer Schule machen möchte und abgewiesen wird, weil sie ein Kopftuch trägt.

Dieser staatliche Rassismus legitimiert tätliche Gewalt

 

In beiden Fällen sind jungen Frauen selbst an die Öffentlichkeit gegangen.

Ihnen gilt unsere Solidarität.

Und wir fordern alle auf: Greift ein, wenn ihr seht, dass Menschen angegriffen werden.

 

Für Linke heißt es, dem Kampf gegen Rassismus und Faschismus eine Priorität zu geben.

Von Rassismus betroffene ermächtigen, aktiv zu werden und sie dabei zu unterstützten.

Solidarität und Gerechtigkeit werden wir nur erreichen, wenn wir Rassismus und Faschismus bekämpfen.

Hier und jetzt

 

Dear comrades,

Dear friednds,

 

I am speaking today on behalf of Stand Up Against Racism.

a nationwide alliance that is taking part today in the actions for the international day of action against racism under the #worldagainstracism in many cities around the world.

 

Defeat the extreme right?

 

The rise and establishment of the AfD in Germany has strengthened the extreme right as a whole, increased the polarisation of society over issues of racism and led to an increase in racist violence.

Resistance and mobilisation against the extreme right, such as the AfD in Germany, is key to the struggle.

‘Aufstehen gegen Rassismus’, with others, ensures that there is no federal party conference of the AfD without loud protest.

When fascist or extreme right parties can hold demonstrations or events without opposition, it contributes to their normalisation and legitimisation.

 

In addition it is vital to take a stand against the narratives with which extreme right-wingers try to dock onto the consciousness of the majority.

 

1) We are currently experiencing this with the rise of conspiracy myths through the so-called “Corona and anti-vaccination protests”, which we oppose strongly.

 

2) We welcome refugees

Facing the many people fleeing Putin’s war from Ukraine, we say:

Refugees are welcome!

The way how Ukrainian refugees are welcomed shows that solidarity with people in need is possible.

We hear that Syrian and Afghan refugees are being resettled in poor accommodation to make room for Ukrainian refugees.

It is not acceptable when one group of refugees is played off against the other.

At the same time, Black people, Muslims and people of colour trying to flee Ukraine report violence and brutal rejection at the borders.

Every day, refugees drown in the Mediterranean and freeze to death at the Polish-Belarusian border.

Whether from Ukraine or Afghanistan, Syria or the African continent:

All Refugees are Welcome here! No to pushbacks – no to fortress Europe!

 

3) We fight against daily racism

Islamophobia, antisemitism, antiziganism,

and every other form of racism!

It is a shame if after Putin’s brutal war of aggression on Ukraine, Russian-speaking people in Germany are experiencing increased hostility.

 

 

 

Two incidents show how deeply rooted racist thinking and actions are in public and state structures.

A few weeks ago in Berlin: 17-year-old Dilan was racially insulted, beaten and kicked by six adults at a tram stop – until she had to go to hospital. Nobody intervened. Police and press even blamed her for the attack.

 

Or commonplace:

Asmaa A student who wants to do an internship at a school and was not accepted because she wears a hijab.

This state racism legitimises physical violence

 

In both cases, young women themselves have gone public.

Our solidarity is with them.

And we call on everyone: Intervene when you see people being attacked.

 

For leftists, it means giving priority to the fight against racism and fascism.

Empowering those affected by racism to take action, supporting and organising them.

We will only achieve solidarity and justice and our left alternatives if we fight racism and fascism.

Here and now