EU-Spardiktat mit tödlichem Risiko

30. November 2012  In Bewegung

Aus Anlass des  Welt-Aids-Tages dokumentiere ich hier meinen Beitrag in der neu erschienen Broschüre der Fraktion DIE LINKE.: “Das Leben mit HIV hat viele Gesichter”:

In Athen ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen drastisch angestiegen. Das ist eine der dramatischen Auswirkungen der Krisenpolitik der EU. Der Soziologe David Stuckler von der Universtät Cambridge konnte nachweisen, dass Prostituierte und Drogengebrauchende besonders von dieser Problematik betroffen sind. Seit Beginn der Krise wurden die Ausgaben für Präventionsarbeit, unter anderem die Unterstützung für Heroingebrauchende, drastisch gekürzt. Viele Heroingebrauchende sahen sich zur Prostitution gezwungen, um Drogen und Lebensunterhalt finanzieren zu können. Gleichzeitig wurde ungeschützter Sex mit Prostituierten extrem preiswert.
Die Organisation »Ärzte ohne Grenzen« macht Kürzungen im Gesundheitsbereich für eine steigende Zahl an Infektionen verantwortlich. So werden Einwegspritzen nicht mehr kostenlos verteilt. Auch kommt es vermehrt bei Geburten zu HIV-Übertragungen von der Müttern auf Kinder. Unter dem EU-Kürzungsdiktat nähert sich Griechenland einer Situation an, wie wir sie bisher nur aus den Ländern des Südens kannten.


Ausdruck vom: 28.07.2017, 11:00:04 Uhr
Beitrags-URL: http://christinebuchholz.de/2012/11/30/eu-spardiktat-mit-todlichem-risiko/
© 2017 Christine Buchholz, MdB