Friedensbewegung – Christine Buchholz https://christinebuchholz.de Thu, 29 Aug 2019 09:11:20 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.0.12 EU treibt Militarisierung der Sahelzone voran https://christinebuchholz.de/2018/04/20/eu-treibt-militarisierung-der-sahelzone-voran/ Fri, 20 Apr 2018 08:09:43 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=6807 Erneut will die Bundesregierung den Einsatz deutscher Militärausbilder in Mali verlängern. Und erneut dehnt sie dabei das Operationsgebiet aus. Nun soll die Bundeswehr auch in den Hauptstädten der Nachbarländer deren Armee ausbilden. Dafür werden Hunderte Millionen an EU-Geldern bereit gestellt. DIE LINKE fordert den umgehenden Abzug aller deutschen Soldaten aus Mali und der gesamten Sahelzone.

Rede im deutschen Bundestag anlässlich der abschließenden Beratung über den Antrag der Bundesregierung zur Ausweitung des Bundeswehreinsatzes im Rahmen des UN-Militäreinsatzes EUTM Mali

Herr Präsident!
Meine Damen und Herren!
Seit fünf Jahren ist die Bundeswehr nun in Mali. Anfangs hieß es, es gehe um die Unterstützung der französischen Armee, um den Vormarsch einiger hundert Dschihadisten auf die Hauptstadt Bamako zu stoppen. Das ist geschehen, doch die deutschen Soldaten sind geblieben. Mehr noch, die Große Koalition hat die Einsätze in Mali beständig ausgeweitet und zu einer zentralen Intervention in Afrika gemacht.

Wir sagen: Bei den Einsätzen geht es nicht um Mali oder die malische Bevölkerung. Es geht im Wesentlichen um zweierlei: zum einen darum, die Interessen der deutschen Wirtschaft in der rohstoffreichen Region mit einer militärischen Dauerpräsenz zu sichern, und zum anderen um Flüchtlingsabwehr.
Beides hat mit den edlen Motiven, die hier von der Regierungsbank geäußert werden, nichts zu tun.

(Beifall bei der LINKEN)

Wir diskutieren jetzt den Bundeswehreinsatz im Rahmen der europäischen Ausbildungsmission EUTM Mali. Aber der Name täuscht. Längst werden nicht mehr nur malische Soldaten ausgebildet, sondern auch die Soldaten von vier anderen Sahel-Staaten.
Dafür will die Bundesregierung nun erneut das Einsatzgebiet der Bundeswehr ausweiten, und zwar auf die Sektorhauptquartiere der neuen G-5-Sahel-Truppe in Niger, Mauretanien und Tschad – wohlgemerkt der Tschad, der seit nahezu 30 Jahren von dem allmächtigen Generalleutnant Idriss Déby beherrscht wird.
EUTM Mali erweist sich als eine Militärmission zur Stabilisierung von Regierungen, die häufig korrupt, manchmal direkt diktatorisch sind. Das ist eine Außenpolitik, gegen die sich DIE LINKE stellt.

(Beifall bei der LINKEN)

Es waren übrigens Frankreich und Deutschland, die auf die Bildung dieser sogenannten G-5-Truppe aus fünf Staaten gedrängt haben. Die EU wird einen Großteil des künftigen Jahresetats von bis zu 400 Millionen Euro bereitstellen.
Doch: Mehr Militär ist wirklich das Letzte, was diese bitterarmen Menschen in der Sahel-Zone brauchen.

(Beifall bei der LINKEN)

Dort operieren bereits – ich zähle auf – die französische Kampfoperation Barkhane, amerikanische Spezialkommandos, die UN-Truppe der MINUSMA und schließlich die europäischen Militärausbilder. Mit der G-5-Truppe kommt nun eine fünfte internationale Armee dazu.
Und das bezeichnet die Bundesregierung in ihrem Antrag ernsthaft als – Zitat – „Schlüssel zur Stabilisierung des Sahelraums“? Das ist doch blanker Unsinn. Die neue Sahel-Truppe stellt nichts anderes dar als die von Europa vorangetriebene Militarisierung der Sahel-Zone.

(Beifall bei der LINKEN – Zuruf von der CDU/CSU: Stabilisierung!)

Deswegen darf diese Truppe nicht durch uns finanziert und auch nicht durch EUTM Mali ausgebildet werden.

(Beifall bei der LINKEN)

Zu mehr Sicherheit haben die internationalen Militärinterventionen übrigens auch nicht geführt.
Herr Maas, wenn Sie hier sagen, dass das bisher ein gelungener Einsatz war, dann bitte ich um eine ehrliche Bilanz. Mittlerweile hören wir wöchentlich von Anschlägen und Entführungen. Die malische Armee, die von der Bundeswehr ausgebildet wird, ist ein Teil des Problems und nicht ein Teil der Lösung.

(Beifall bei der LINKEN)

Erst vor zwei Monaten wurden in der Region Mopti die Leichen von sechs Personen gefunden, die Tage zuvor von der Armee festgenommen worden sind. Amnesty International beklagt zahlreiche ähnliche Übergriffe durch malische Soldaten, die sich vornehmlich gegen die Ethnie der Peul richten.
Wir sagen: Wer eine Armee weiter ausrüstet, berät und militärisch ausbildet, die solche Übergriffe begeht, macht sich mitverantwortlich.

(Beifall bei der LINKEN)

Es ist gut, dass sich in Mali aktiver Widerstand gegen die eigene Regierung, aber auch gegen die internationale Militärpräsenz regt. Dieser Widerstand wird stärker.
Im Januar kam es in der Hauptstadt Bamako zu einer Demonstration, bei der der Abzug der französischen Armee gefordert wurde. Die Polizei löste die Demonstration gewaltsam auf.
Es ist dieser Protest, der unsere Unterstützung verdient – nicht die malische Regierung, nicht ihre Armee oder Polizei.
Also, ziehen Sie endlich die Bundeswehr aus Mali ab.
Vielen Dank.

(Beifall bei der LINKEN)

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Rede gegen den Krieg in Syrien https://christinebuchholz.de/2018/03/02/rede-gegen-den-krieg-in-syrien/ Fri, 02 Mar 2018 12:43:38 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=6754 Am 26. Februar fand vor der russischen Botschaft in Berlin ein Protest gegen den Syrienkrieg statt. Die Kundgebung und anschließende Demonstration richtete sich insbesondere gegen die Dauerbombardierung der östlichen Vororte von Damaskus durch das Assad-Regime und seine russischen Verbündeten, als auch gegen den Angriff der türkischen Streitkräfte auf Afrin. Zu Beginn der Kundgebung habe ich eine Rede gehalten, in der ich auch die Verantwortung der Bundesregierung benannt habe.

Liebe Kriegsgegnerinnen und Kriegsgegner,
während wir hier heute gegen den Krieg in Syrien demonstrieren, bombardiert das Assad-Regime und seine Verbündeten Gebiete in Ost-Ghouta und Idlib.
Während wir hier heute gegen den Krieg in Syrien demonstrieren, beschießt die türkische Armee mit Panzern und Artillerie das kurdische Kanton Afrin.
Wir fordern die sofortige Waffenruhe!
Wir fordern den ungehinderten Zugang von humanitärer Hilfe zu allen Eingeschlossenen!

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Um es klar zu benennen: Diese Angriffe auf Ost-Ghouta und Afrin sind ein Verbrechen.
Allein in den östlichen Vororten von Damaskus sollen in der letzten Woche einige Hundert Menschen bei Luftbombardements ums Leben gekommen sein. Krankenhäuser und Behelfskrankenhäuser wurden angegriffen. Verantwortlich dafür ist das Assad-Regime und seine russischen Verbündeten.

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Währenddessen schießt die türkische Armee aus Kampfpanzern deutscher Produktion auf die kurdische Bevölkerung in Afrin. Sie will die Freiheit zerstören, die sich die Kurden dort erkämpft haben.
Verantwortlich dafür ist der türkische Präsident Erdogan – und auch die Bundesregierungen, die jahrelang Waffen in die Türkei geliefert haben und weiter liefern.

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Wir solidarisieren uns mit dem Widerstand der kurdischen Volksverteidigungseinheiten gegen die türkische Aggression.
Und was macht die Bundesregierung?
Anstatt klipp und klar den sofortigen Rückzug der türkischen Armee zu fordern macht sich die Bundesregierung zum Komplizen bei der Unterdrückung der Kurden.
Die Kriminalisierung kurdischer Organisationen und Symbole der PKK, PYD und YPG muss endlich beendet werden!
Waffenlieferungen in die Türkei müssen gestoppt und die so genannte Sicherheitskooperation beendet werden!

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Gestern erreichte uns die Nachricht, dass der frühere PYD-Vorsitzende Salih Muslim in Prag festgenommen wurde.
Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie sich gegenüber der tschechischen Regierung laut und deutlich für die sofortige Freilassung Salih Muslims einsetzt.

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Auch gegenüber dem syrischen Regime verhält sich die Bundesregierung mehr als zweideutig.
Es ist ein Skandal, wenn sich in der letzten Woche der Präsident des BND, Bruno Kahl, offen zur Zusammenarbeit mit den syrischen Geheimdiensten bekennt.
Auch mit Assad darf es keine Zusammenarbeit auf nachrichtendienstlicher Ebene geben!

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Wir stehen hier heute vor der russischen Botschaft. Der Protestmarsch wird vor die türkische Botschaft führen.
Ich finde: Das ist das richtige Signal.
Denn Russland und die Türkei stehen exemplarisch für die fatale Eskalation, die mit der Einmischung äußerer Mächte in den syrischen Bürgerkrieg eingesetzt hat.
Wir müssen in diesem Zusammenhang auch die USA und ihre internationalen Verbündeten nennen, die mehr als 10.000 Bomben auf Ziele in Irak und Syrien abgeworfen haben, denen unzählige Zivilisten zum Opfer gefallen sind.

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Alle internationalen Streitkräfte und Milizen müssen sich aus Syrien zurückziehen.
Ich schließe dabei ausdrücklich die Bundeswehr ein.
Es ist 11 Monate her, da lieferte die Bundeswehr die Zielbilder für einen Luftangriff der US-geführten Koalition auf ein Schulgebäude in Al-Mansura in der Provinz Rakka.
Bei der Bombardierung dieses Ziels kamen rund 200 Zivilisten ums Leben, darunter viele Frauen und Kinder.
Dieses Verbrechen muss endlich aufgeklärt werden – und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden!

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Die syrische Bevölkerung hat 2011 in einer demokratischen Revolution die Fundamente der Assad-Herrschaft erschüttert.
Die kurdische Selbstbestimmung in Rojava ist Teil dieses Prozesses.
Die syrische Bevölkerung hat das Recht, selbst über ihr Schicksal zu bestimmen!
Die Bevölkerung in Ghouta, Idlib, Afrin will vor allem eins: Frieden!
Als erstes braucht sie eine sofortige und umfassende Waffenruhe an allen Fronten!
Menschen in allen Teilen  Syriens müssen umgehend humanitäre Hilfe erhalten!

Und der Bundesregierung sage ich:
Stellen Sie die Geheimdienst-Kooperation sowohl mit Erdogan, als auch mit Assad ein!
Beenden Sie die Waffenexporte in den Nahen und Mittleren Osten!

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Bartels gibt den Aufrüstungsbeauftragten https://christinebuchholz.de/2018/02/20/bartels-gibt-den-aufruestungsbeauftragten-2/ Tue, 20 Feb 2018 16:13:05 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=6736 Pressemitteilung von Christine Buchholz, „Der Wehrbeauftragte gibt den Aufrüstungsbeauftragten: Öffentlichkeitswirksam beklagt Hans-Peter Bartels die vermeintliche Unterfinanzierung der Bundeswehr – um damit Akzeptanz für die geplante Aufstockung des Wehretats zu schaffen. Dabei räumt er in seinem Bericht selbst ein: ‚An finanziellen Mitteln fehlte es 2017 nicht‘.

Der Verweis auf angeblich fehlendes Material ist eine Nebelkerze, die von den eigentlichen Ursachen der Probleme der Soldatinnen und Soldaten ablenken soll“, erklärt Christine Buchholz, für die Fraktion DIE LINKE Mitglied im Verteidigungsausschuss. Buchholz weiter:
„Im Jahr 2017 gab es einen Meldeboom bei den auf dem Dienstweg angezeigten Vorfällen. Dabei ging es um rechtsextremistische Verdachtsfälle, einen Toten und zahlreiche Schwerverletzte aufgrund verfehlter Ausbildungsmethoden und um sexuelle Übergriffe. Beleidigungen und Schikanen durch Vorgesetzte sind weitverbreitet. Die Zahl der einsatzbedingten Erkrankungen wie PTBS und Suizidversuche ist 2017 weiter gestiegen. Offensichtlich steht bei der Bundeswehr nicht der Mensch im Mittelpunkt, sondern die Ausweitung der immer zahlreicheren Auslandseinsätze. Solange sich das nicht ändert, werden sich die damit zuhängenden Probleme nicht verringern.“

 

Pressemitteilung auf linksfraktion.de

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Münchner Sicherheitskonferenz ist Schaulaufen der Kriegstreiber https://christinebuchholz.de/2018/02/18/muenchner-sicherheitskonferenz-ist-schaulaufen-der-kriegstreiber/ Sun, 18 Feb 2018 10:49:19 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=6723 Rede auf der Demonstration gegen die Sicherheitskonferenz in München am 17.02.2018

Grenzen für Flüchtlinge öffnen und für Waffen schließen

Es ist absolut inakzeptabel, dass Kerem Schamberger und weitere verhaftet wurden. Wir wehren uns gegen die Kriminalisierung des kurdischen Widerstands.
Es ist ein besonderer Skandal, weil die Kriegstreiber hier bei der Münchner Sicherheitskonferenz sind. Es ist legitim die Symbole und die Fahnen des kurdischen Widerstandes zu tragen.

An diesem Wochenende treffen sich hier in München die Mächtigen der Welt zu ihrer sogenannten „Sicherheitskonferenz“. Vertreten sind nicht weniger als 20 Staats- und Regierungschefs, etwa 80 Außen- und Verteidigungsminister.
In München reden sie über Sicherheit und Stabilität. Sie versprechen, die Welt friedlicher zu machen. Doch wenn wir nach Afrin blicken; wenn wir nach Idlib oder Ghouta blicken; oder nach Afghanistan, in den Jemen: Dann sehen wir, was sie wirklich meinen, wenn sie von Sicherheit und Stabilität sprechen.
Sie, die Mächtigen der Welt, schicken Bomber und Drohnen. Sie sagen, sie bekämpfen „Terroristen“. Doch sie treffen Wohnungen, Schulen und Krankenhäuser. Unter den Trümmerbergen sterben ungezählte Zivilisten.
Und selbst der Leiter der Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, warnt: „Wir haben noch nie seit dem Ende der Sowjetunion eine so hohe Gefahr auch einer militärischen Konfrontation von Großmächten gehabt.“ Die Gefahr einer Militärischen Konfrontation zwischen den Großmächten oder sogar eines Atomkrieges ist real. Dafür sind wesentlich die verantwortlich, die sich hier im Bayerischen Hof treffen.

Die Münchener Sicherheitskonferenz bringt keine Sicherheit  – sie ist ein Schaulaufen der Kriegstreiber dieser Welt!

Und Deutschland ist dabei bei den Kriegen. Es ist noch kein Jahr her, da lieferte die deutsche Luftwaffe die Zielbilder für ein Angriffsziel im syrischen Dorf Al-Mansura. In der nächsten Nacht wurde es von US-Bombern angegriffen.
Es handelte sich um eine Schule, in der Flüchtlinge untergebracht waren. Damals hieß es, 33 Menschen sind umgekommen, darunter viele Frauen und Kinder. Heute wissen wir, es gab rund 200 Tote. Ich sage: Das war ein Verbrechen! Und frage: Wieviel Al-Mansuras gab und gibt es noch, von denen wir nichts in den Medien lesen?
Nun heißt es, der IS sei geschlagen. Doch wir sehen: der Krieg in Syrien geht weiter. Die ausländischen Mächte führen mittlerweile auf syrischem Boden gegeneinander Krieg. Und wenn es nach dem Willen der sogenannten Verteidigungsministerin Von der Leyen geht, mischt Deutschland weiter mit.
Die Bundeswehr hat nichts im Mittleren Osten zu suchen. Und auch nicht Afghanistan. Und auch nicht in Mali!

Die Bundeswehr muss umgehend aus allen Auslandseinsätzen zurückgezogen werden

Blicken wir zurück, dann stellen wir fest: Noch vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass deutsche Soldaten im Nahen und Mittleren Osten im Einsatz sind, und gleichzeitig am Rande der Sahara, und gleichzeitig in Litauen auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion. Und gestern forderte von der Leyen „mehr Entschlossenheit beim militärischen Einsatz“.
Wir sagen nein, wir haben genug von diesen Tabubrüche. Sie haben ihren Ausgangspunkt auch hier, in München. Auf der Münchener Sicherheitskonferenz vor vier Jahren forderten Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Bundespräsident Joachim Gauck unisono: Deutschland dürfe „nicht mehr von der Seitenlinie zuschauen“.
Frau von der Leyen: Aber das hier ist kein Fußballspiel! Es geht um Krieg. Es geht darum, dass deutsche Interessen – also deutsche Wirtschaftsinteressen – auch militärisch verteidigt werden sollten! Genau diese imperialistischen Ambitionen der Staaten sind der Treiber für neue Kriege.

Von Deutschen Boden soll nie wieder Krieg ausgehen

Schauen wir uns die Welt an, wie sie in den letzten Jahren „sicherer“ geworden ist. Vorgestern kam eine neue Studie der NGO „Save the Children“ heraus. Eins von sechs Kindern auf der Welt lebt mittlerweile in einem Konfliktgebiet. Das sind 357 Millionen Jungen und Mädchen. Dies bedeutet einen Anstieg um mehr als 75 Prozent seit Anfang der Neunzigerjahre!
Diese 357 Millionen Kinder werden groß mit der Angst vor Bürgerkrieg oder Bombardierungen aus der Luft. Immer mehr Jungen und Mädchen werden dabei getötet oder verstümmelt: Die Zahl ist seit dem Jahr 2010 um fast 300 Prozent angestiegen! Die Zahl der Vorfälle, bei denen Kindern der Zugang zu humanitärer Hilfe verweigert wurde, ist im gleichen Zeitraum um 1500 Prozent gestiegen. Die Bilder von ausgehungerten Kindern im Jemen oder in Ghouta sind unerträglich. Und sie sind eine Anklage gegen diejenigen, die Hilfskonvois blockieren.
Und eine Anklage gegen die Architekten der Geopolitik, die auf Konferenzen wie hier in München das austüfteln, was sie für „Stabilität“ halten. Sie haben die Welt unsicherer gemacht. Deshalb demonstrieren wir hier heute!

Krieg und Armut zwingen Menschen in die Flucht

Es ist zynisch, dass die Groko Obergrenzen und Lager für Flüchtlinge einführen wird. Hören sie endlich auf, Flüchtlinge zu bekämpfen. Öffnen Sie Grenzen für Flüchtlinge und schließen sie Grenzen für Waffen.
Wenn es nach dem Willen der alten und neuen Bundesregierung geht, dann soll Deutschland überall militärisch mitmischen. Schauen wir uns deshalb einmal die neue Koalitionsvereinbarung an: Wenn man Zeitungen liest, bekommt man den Eindruck: Die Vereinbarung zwischen CDU/CSU und SPD sähe vor, Deutschland abzurüsten.
Ich gebe euch ein Beispiel. Der ehemalige Generalinspekteur Naumann sprach in der Süddeutschen Zeitung jüngst von einer „Dokumentation der Verantwortungslosigkeit“. Er behauptet die Bundeswehr sei „nahezu ruiniert“.
So ein Quatsch! Der Sinn solcher Äußerungen ist es, der Öffentlichkeit einzureden, an Rüstung und Militärischem werde seit Jahren gespart. Das ist eine Lüge. Seit zwanzig Jahren ist der Militärhaushalt konsequent angestiegen. 1999 betrug er umgerechnet 24 Milliarden Euro. Heute 37 Milliarden Euro. Und er soll in den nächsten drei Jahren auf über 41 Milliarden steigen.
Das sogenannte 2-Prozent-Ziel, zu dem sich die Bundesregierung bekennt, würde nahezu auf eine weitere Verdopplung des Militärhaushaltes bedeuten. Die GroKo ist entschlossen, die Bundeswehr weiter aufzurüsten und der Rüstungsindustrie fette Profite zu verschaffen. Das ist ein gefährlicher und teurer Irrweg.

Abrüsten, nicht Aufrüsten, ist das Gebot der Stunde!

Schauen wir uns einige Aspekte des Koalitionsvertrages an:
Erstens hatte SPD-Kanzlerkandidat Schulz im Wahlkampf versprochen, er wolle sich für einen Abzug der Atombomben aus Büchel stark machen. Aber was finden wir im GroKo-Papier? Ein Bekenntnis zur sogenannten nuklearen Abschreckungsdoktrin der Nato, und ein Bekenntnis zur sogenannten Nuklearen Teilhabe.
Zweitens: Im letzten Sommer noch entstand in den Medien der Eindruck, die SPD hätte die Kampfdrohne gestoppt. Auch davon ist nichts mehr zu lesen. Ganz im Gegenteil: die israelische Kampfdrohne Heron TP soll gemietet werden – als Zwischenlösung, bis dann eine eigene, teure europäische Kampfdrohne entwickelt worden ist, unter deutscher Führung.
Drittens schreiben SPD und CDU/CSU von einem Aufbruch für Europa. Das hört sich für viele so an, als sei es ein Bekenntnis gegen Nationalismus und für Völkerverständigung.
Das ist falsch. In der Koalitionsvereinbarung wird Europa als „Pesco“ buchstabiert, übersetzt ins Deutsche: Als „Ständige Strukturierte Zusammenarbeit“. Dabei geht es um nichts anderes als:
1. einen europäischen Verteidigungsfonds;
2. ein europäisches militärische Hauptquartier;
3. europäische Rüstungsprojekte, insbesondere bilaterale Projekte zwischen Deutschland und Frankreich, Deutschland und den Niederlanden, Deutschland und Norwegen.
Mit anderen Worten: Wenn die GroKo mehr Europa verspricht, dann verspricht sie mehr Geld für Rüstung und die Rüstungsindustrie, sowie mehr internationale militärische Einsätze.
Außen steht Frieden drauf, innen steckt Krieg drin.
Das ist keine Aufbruch für Europa, sondern europäischen Waffenbrüderschaft!

Wir wollen keine Kriegsbeteiligung – weder alleine noch im Rahmen der EU

Der Koalitionsvertrag ist ein friedenspolitischer Offenbarungseid! Die Bundesregierung trägt so ihren Anteil zur Anheizung des internationalen Rüstungswettlaufs. Das macht den Frieden unsicherer.
Doch Schuld sind natürlich immer nur die Anderen. Ja, Chinas Militärhaushalt wächst seit Jahren stark an, auf sechs bis sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts. China liegt bei den Verteidigungsausgaben mit rund 150 Milliarden US-Dollar weltweit auf Platz Zwei vor Saudi-Arabien und Russland. Allerdings dürfen wir den Wald vor Leute Bäumen nicht übersehen.
1. Europa war im vergangenen Jahr die Region mit den am schnellsten wachsenden Verteidigungsausgaben weltweit.
2. Die USA sind der absolute Rekordhalter. Sie haben einen Militärhaushalt von über 600 Milliarden Dollar. Und nun soll dieser Haushalt auf fast 690 Milliarden Dollar steigen! Das ist viereinhalbmal so viel wie der Militärhaushalt in China. Und 11-mal mehr als in Russland.
Die Wahrheit ist: Es ist die NATO und ihre Vormacht USA, die der größte Treiber des internationalen Rüstungswettlaufs ist. Die NATO bedeutet Rüstungswettlauf. Die Nato bedeutet Krieg. Die Nato bedeutet Atombomben in Büchel.

Deutschland muss raus aus der Nato!

Und wofür das alles? Wofür brauchten die Mächtigen all die Waffen? Am Ende für den Krieg gegeneinander. Nie seit Ende der 80er Jahre war der Weltfrieden so gefährdet wie jetzt.
Das ist nichts anderes als – Wahnsinn. Die Mächtigen der Welt reden hier in München mit schönen Worten in der heimeligen Atmosphäre eines Luxushotels, während sie in ihren Hauptstädten die Zerstörung anderer Länder planen.
Lassen wir uns nicht von diesen Worten täuschen – Ihre Reden sind nur die Zwischenphase zwischen den nächsten Konflikten. Dauerhafter und gerechter Frieden wird uns nicht in Verhandlungsrunden der Mächtigen oder auf dem diplomatischen Parkett gebracht.
Dauerhafter und gerechter Frieden müssen wir uns erkämpfen. Dieser Kampf ist auch ein Kampf gegen Nationalismus und Rassismus, gegen die rechten Hetzer, die gerade erstarken in vielen Ländern.
Unsere Verbündeten sind diejenigen, die gegen ihre Herrschenden und Unterdrücker in ihren Ländern kämpfen. Unsere Verbündeten sind die kurdische und türkische Kriegsgegnerinnen und Kriegsgegner. Es sind die Soldatenmütter in Russland, die Anti-Trump-Bewegung in den USA, die Streikenden in Griechenland, die Millionen, die Südkorea eine korrupte Präsidentin gestürzt haben.
Vor Hundert Jahren wurde der Weltkrieg durch Widerstand beendet. Vor fünfzig Jahren hat eine internationale Protestbewegung die USA gezwungen den Krieg in Vietnam zu beenden.
Es ist die internationale Solidarität von unten, die uns stark macht. Stoppen wir ihre Kriege – Wir haben eine Welt zu gewinnen!

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Warum hat die SPD nicht die Kampfdrohne Heron TP verhindert? https://christinebuchholz.de/2017/06/29/warum-hat-die-spd-nicht-die-kampfdrohne-heron-tp-verhindert/ Thu, 29 Jun 2017 09:51:20 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=6552 Meine Kurzintervention in der heutigen Debatte um Abrüstung: Ich frage den SPD-Abgeordneten Karl-Heinz Brunner, dem ich sein Engagement gegen Kampfdrohnen und für die Ächtung von extralegalen Tötungen abnehme, warum die SPD gestern nicht mir Grünen und DIE LINKEgemeinsam die Kampfdrohne Heron TP zu Fall gebracht hat und ob die SPD in der nächsten Legislatur mit uns dafür sorgt, dass es keine Haushaltstitel im Verteidigungshaushalt für die Entwicklung und Beschaffung von Kampfdrohnen gibt. Leider ist die SPD nicht bereit, in der Frage die Koalitionsdisziplin aufzugeben und Aussagen für die Zukunft zu treffen. Wir werden dran bleiben – nein zu Kampfdrohnen!
 

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Rede auf dem Ostermarsch in Frankfurt am Main am 17. April 2017 https://christinebuchholz.de/2017/04/18/ostermarsch-2017/ Tue, 18 Apr 2017 10:00:30 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=6461 Liebe Freundinnen und Freunde,
ich bin beindruckt, wie voll der Platz hier ist, und dass ihr trotz des schlechten Wetters hierhergekommen seid, um zu demonstrieren. Vielen, vielen Dank dafür!
Das ist auch bitter nötig, wenn wir uns die Welt heute angucken. Die Krisen nehmen zu. Die Kriege nehmen zu.

Hier ein kurzer Abriss der wichtigsten Konflikte:
Da ist die Eskalation der NATO gegen Russland. Wir haben ein neues Wettrüsten zwischen den Atommächten USA, China und Russland. Milliarden werden international in Rüstung investiert. Um es klar zu sagen: Die größte Militärmacht, die USA, hat einen Rüstungshaushalt, der zehnmal so groß ist wie der Russlands. Und deswegen stehen wir hier auch international für eine neue Runde der Abrüstung und nicht der Aufrüstung, wie wir sie gerade sehen.
In Südostasien eskalieren die Konflikte. Wir sehen den Flugzeugträger, die Zerstörer und Fregatten, die die USA kürzlich an die Küste Koreas geschickt haben. Wir haben die Aufrüstung in Nordkorea. Wir haben den Konflikt zwischen den USA und den US-Verbündeten Mächten und China im Südostasiatischen Meer.
In Syrien und im Irak sind inzwischen fast alle Groß- und Regionalmächte am Krieg beteiligt.
Und dann sind da noch die Bürgerkriege im Süd-Sudan und im Jemen, die genauso grausam sind, wie die Kriege im Nahen und Mittleren Osten. Es ist eine absolute Schande, dass die Bundesregierung der Regierung Saudi-Arabiens, die einen Krieg gegen den Jemen führt und eine Hungerblockade errichtet hat, dabei auch noch unterstützt, in dem sie Patrouillenboote liefert.

Eines verbindet die Konflikte in dieser Welt. Alle diese Konflikte werden durch militärische Interventionen von außen geschürt oder verschlimmert.
Und deswegen ist es so zynisch, wenn die Herrschenden immer wieder gern vom Frieden sprechen, aber gleichzeitig Krieg führen. Bertolt Brecht hat eine sehr treffende Erklärung dazu. Ich zitiere:

Die Oberen sagen: Frieden und Krieg sind aus verschiedenem Stoff. Aber ihr Friede und ihr Krieg sind wie Wind und Sturm. Der Krieg wächst aus ihrem Frieden, wie der Sohn aus der Mutter, er trägt ihre schrecklichen Züge. Ihr Krieg tötet, was ihr Frieden übriggelassen hat.

Ich sage: Wer auf die Großen der Welt hofft, um die Kriege zu beenden, der macht den Bock zum Gärtner.
Denn Krieg ist keine Naturkatastrophe, Krieg hat System.
Wirtschaftliche Konkurrenz und politische Rivalität hängen eng zusammen. Und deswegen: Wer Frieden will, muss auch dem Kapitalismus den Kampf ansagen.
Die Welt ist unberechenbar geworden. Die US-Wahl hat es nicht besser gemacht.
Wir sagen hier: Wir stehen an der Seite der US-amerikanischen Friedensbewegung und Demokratiebewegung. Und ich finde es toll, dass wir heute auch eine Vertreterin dieser Bewegung hier haben. Denn Trump ist ein Rechter, ein Rassist und ein Kriegstreiber.
Aber wir sagen auch ganz deutlich: Deutschland führt gemeinsam mit Trump den sogenannten „Krieg gegen den Terror“. Und die Bundesregierung äußerte Verständnis dafür, dass die USA Cruise Missiles über Syrien abgeworfen haben. Sie nannte das „nachvollziehbar“. Ich sage: Nein, das ist nicht nachvollziehbar!
Wir lehnen diesen „Krieg gegen den Terror“ ab.
Und nicht nur das. Inzwischen ist ja Deutschland selbst beteiligt an diesem Krieg. Es werden mit Luftaufklärung und Luftbetankung der US-geführte Anti-Terror-Krieg in Irak und Syrien unterstützt. Erst vor zwei Wochen ist öffentlich geworden, dass die US-geführte Koalition in Al-Mansura in der syrischen Provinz Rakka eine Schule getroffen hat, in der sich Zivilisten aufgehalten haben sollen. Die Süddeutsche Zeitung schreibt, dass die Bundeswehr die Luftbilder für diesen Angriff geliefert hat.
Wir wollen Aufklärung darüber. Wir wollen wissen, an welchen Kriegsverbrechen auch die Bundeswehr beteiligt ist.
Weil wir das nicht hinnehmen werden. Wir fordern ein Ende der deutschen Beteiligung am Krieg im Mittleren Osten. Denn wir wissen: Bomben bringen keinen Frieden.
Im internationalen Wettlauf um Einfluss, Macht und Rohstoffe mischt die Bundesregierung eifrig mit. Letztes Jahr wurde der größte Militärhaushalt seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Ministerin von der Leyen hat eine so genannte „Agenda Rüstung“ aufgesetzt. Binnen fünfzehn Jahren sollen 130 Milliarden Euro für unzählige Rüstungsprojekte zusätzlich ausgegeben werden.
In dieser Situation wird nun eine Debatte über das sogenannte 2-%-Ziel der Nato geführt. Ausgerechnet Außenminister Gabriel kritisiert jetzt dieses Zwei-Prozent-Ziel. Er sagt, dass er es nicht richtig findet. Und das klingt ja auch erstmal gut, da stimmen wir ja überein mit ihm. Aber hören wir genauer hin: Gabriel sagt, das Zwei-Prozent-Ziel sei „unrealistisch“.
Unrealistisch heißt nicht, dass er es ablehnt. Ich sage: Wir lehnen dieses Zwei-Prozent-Ziel grundsätzlich ab. Wir lehnen jegliche Aufrüstung aus Prinzip ab. Und wir weisen auch darauf hin, dass die gesamte Große Koalition in den letzten vier Jahren die Aufrüstung vorangetrieben hat. Sie hat die Beschaffung von Eurokampfdrohnen, Mehrzweckkampschiffen, Eurofighter und Militärtransportern beschlossen. Genauso, wie sie gemeinsam immer neue Militäreinsatze beschlossen und geführt hat.
Die Große Koalition hat auch gemeinsam beschlossen, eine neue Teilstreitkraft aufzubauen, die nun mit großem Tamtam eröffnet wurde. Ich spreche von der Cyber-Streitmacht, mit der die Bundeswehr in die Lage versetzt werden soll, im Cyberraum Krieg zu führen. Das heißt, in die Netze anderer Staaten eindringen zu können.
Um es deutlich zu sagen: Diese Politik der großen Koalition, diese weitere Aufrüstung, lehnen wir klar und entschieden ab.
Aber lasst mich auch sagen: Ich weiß, dass bei der SPD und bei den GRÜNEN viele Menschen sind, die diese Politik nicht richtig finden. Ich freue mich über jede einzelne Sozialdemokratin und jeden einzelnen Sozialdemokraten, der gemeinsam mit uns, mit der Friedensbewegung, hier für Frieden und Abrüstung demonstriert.
Genauso ist aber klar, dass wir die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker an ihren Taten messen. Deswegen ist es wichtig, weiter Druck gegen die Aufrüstung und gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr zu machen.
Wir brauchen Abrüstung und keine Aufrüstung!
Liebe Freundinnen und Freunde,
die Rüstungsmilliarden brauchen wir – für Krankenhäuser und Schulen, für Hungerhilfe und sinnvolle Entwicklungsprojekte. Deswegen fordern wir eine Absage an die Politik der Aufrüstung.
Wir brauchen keine Atomrüstung, wir brauchen keine US-Atomraketen in Büchel.
Wir brauchen keine Relaisstation für die Drohnenkriege der USA in Rammstein.
Wir brauchen keine NATO, die die internationalen Konflikte anheizt.
Und wir brauchen auch keine EU, die weiter militarisiert wird und über die auch die deutsche Aufrüstung vorangetrieben wird.
Wir stehen hier für ein Ende der Aufrüstung und für eine konsequente Abrüstung.
Wir stehen hier für einen Rückzug der Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen.
Und schließlich stehen wir hier für die Solidarität der Friedensbewegung mit allen Menschen, die weltweit für Gerechtigkeit, Frieden und Demokratie kämpfen.
Und lasst mich nur einen Satz zur Türkei sagen. Ich war von anderthalb Wochen in der Türkei und habe Genossinnen und Genossen der HDP besucht, um mit meinen Möglichkeiten die Nein-Kampagne zu unterstützen. Die Menschen, die in der Türkei für ein Nein gekämpft haben, werden sich nicht einschüchtern lassen. Sie werden weiterkämpfen für Frieden und Gerechtigkeit und gegen Repression. Und sie werden unsere volle Unterstützung dafür haben.

Und schließlich noch zwei Hinweise.
Es ist wichtig, dass wir wieder mehr Leute sind, die für Frieden auf die Straße gehen. Es gibt auch andere Fronten, an denen wir in den nächsten Wochen zu kämpfen haben. Am 22. April findet in Köln der AfD-Parteitag statt. Wir wissen: Krieg und Nationalismus gehören zusammen. Eine Politik, die Nationalismus schürt, ist eine Politik die Krieg schürt. Wir als Friedensbewegung bekämpfen die AfD mit ihrem Rassismus, ihrem Chauvinismus und ihrer kriegstreiberischen Politik. Deswegen rufe ich euch auf: Kommt mit nach Köln und demonstriert am 22. April gemeinsam mit Zehntausenden gegen die AfD.
Anfang Juli wird in Hamburg G20-Gipfel stattfinden. Dort werden die Kriegstreiber der Welt kommen. Und da wird auch Trump kommen. Wir werden kommen, um mit Zehntausenden zu demonstrieren. Wir werden dort deutlich machen: Ihr System ist ein System, das Ungerechtigkeit und Krieg hervorbringt. Deswegen ist der der G20-Protest in Hamburg auch ein Ort zum Protest für die Friedensbewegung. Ich freue mich, dass wir uns alle da wieder sehen und gemeinsam deutlich machen:
Für Gerechtigkeit und Frieden weltweit, das ist, wofür wir stehen!
Vielen Dank, liebe Freundinnen und Freunde.

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Starke Stimmung gegen Kooperation mit Bundeswehr https://christinebuchholz.de/2013/12/04/starke-stimmung-gegen-kooperation-mit-bundeswehr/ Wed, 04 Dec 2013 11:29:28 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=4858 131030_BW-DGB-Workshop_1_webEine Nachlese zum „Friedens- und sicherheitspolitischen Workshop“ des DGB
Am 30. Oktober fand in der „Kalkscheune“ in Berlin ein „Friedens- und sicherheitspolitischer Workshop des DGB“ statt, der bereits im Vorfeld für reichlich Wirbel gesorgt hatte. Das Programm wurde aufgrund seines inhaltlichen Zuschnitts, der Auswahl der Beiträge und der knapp bemessenen Zeit für Diskussionsbeiträge aus dem Publikum von vielen als ein Versuch gewertet, eine positive Haltung gegenüber internationalen Einsätzen der Bundeswehr in die Gewerkschaften hineinzutragen.
So wurde das erste Schwerpunktpanel von Auslandseinsatzbefürworter Winfried Nachtwei (Die Grünen) mit einer „Bilanz ausgewählter Einsätze mit Bundeswehrbeteiligung“ eingeleitet und von Almut Wieland-Karimi vom „Zentrum für internationale Friedenseinsätze“ (ZIF) unter dem Titel „Vorbereitung auf internationale Einsätze“ abgerundet. Das zweite Panel stellte die Frage nach den „Perspektiven internationalen Konfliktmanagements“. Reiner Braun als Vertreter der Friedensbewegung und engagierten Vertretern der Gewerkschaften wie die Vorsitzende der GEW, Marlis Tepe, sollte es dann überlassen bleiben, zum Abend hin die „Schlussfolgerungen für Gewerkschaften“ aus dem zuvor Entwickelten zu ziehen.
Den Hintergrund für die Veranstaltung bildete ein Treffen des DGB-Vorsitzenden Michael Sommer mit Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière im Februar diesen Jahres, infolge dessen davon die Rede war, man wolle eine nicht näher definierte „Kooperation“ zwischen DGB und Verteidigungsministerium auf den Weg bringen. Bei der Gelegenheit hatte de Maizière erklärt, die Bundeswehr sei Teil der „Friedensbewegung“.
So konnte es nicht verwundern, dass der Workshop reichlich Protest aus Gewerkschaften und Friedensbewegung provozierte. Bereits vor dem Eingang empfingen Aktivistinnen und Aktivisten die Gäste mit Transparenten, die die eindeutige Verortung der Gewerkschaften auf Seiten der Friedensbewegung forderten.
Es wurde der Aufruf „Wir widersprechen!“ verteilt, der in Gewerkschaftskreisen nach dem Treffen zwischen Michael Sommer und Thomas de Maizière kursierte und in dem sich die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner gegen eine deutsche Beteiligung an internationalen Militäreinsätzen, gegen Jugendoffiziere in Klassenzimmern und gegen einen Annäherung „zwischen „bewaffneter Macht und Arbeiterbewegung“ aussprachen. Auch legte die GEW Berlin den Text eines Beschlusses der eigenen Landesdelegiertenversammlung vom Mai 2013 auf allen Sitzen aus, in dem es heißt: „Von einem unbelasteten Verhältnis zwischen Gewerkschaften und bewaffneten Streitkräften kann keine Rede sein. … Die GEW Berlin ist der Meinung, dass der beste Schutz für die Beschäftigten der Bundeswehr eine Außen- und Sicherheitspolitik ist, die Krieg als Mittel der Politik und damit Auslandseinsätze ausschließt.“
Diese begrüßenswerten Proteste, die sich durch die gesamte Veranstaltung durchzogen, haben den Charakter des Workshops geprägt. Es wurde überdeutlich, dass es in den Gewerkschaften nicht möglich ist, auf Schmusekurs mit dem Bundesverteidigungsministerium zu gehen, ohne zugleich massiven Widerstand aus den eigenen Reihen herauszufordern. Von den rund 170 Teilnehmern meldeten sich fast ausschließlich Gegner eine verstärkten Kooperation mit dem Verteidigungsministerium zu Wort und durchbrachen so den Versuch, die Diskussion durch enge Zeitvorgaben zu beschneiden.
Michael Sommer selbst leitete das Seminar ein. Er fühlte sich sichtlich durch die Kritik angegriffen und betonte: „Wir stehen in der Traditionslinie der Bewegungen gegen die Wiederaufrüstung, Atombewaffnung und Notstandsgesetze.“ Zugleich verteidigte Sommer sein Treffen mit de Maizière mit dem Argument, er habe alle kritischen Punkte angesprochen: Dass nicht öffentlich über die Bundeswehrreform debattiert worden sei, dass die Bundeswehr an den Schulen agiere und dass rechtsextreme Tendenzen in der Armee existierten. Er habe auf dem GEW-Parteitag auch „klipp und klar gesagt, dass wir gegen Auslandseinsätze sind“. Der Workshop sei dazu da, über verschiedene Facetten zu sprechen. Es ginge auch darum, „mit denen zu reden, die in der Interessenvertretung von Beschäftigten stehen, die Traumatisierte betreuen.“
Einer der vielen Vertreter gewerkschaftlicher Gliederungen, der später in der Diskussion zu Wort kam, fragte: Warum sind die kritischen Punkte, die gegenüber de Maizière angesprochen worden seien, weder über gewerkschaftsinterne Organe noch über die Website des DGB kommuniziert worden? Der Mangel an Transparenz in der Debatte hat erst das Misstrauen erzeugt, über dass sich Michael Sommer nun beklagte.
Es ist insofern eines der positiven Ergebnisse dieses Workshops, dass er jene Teile der Gewerkschaft zu Initiativen ermunterte, die eine klar antimilitaristische Linie verfolgen. So kündigte Marlis Tepe für die GEW eine Initiative an, dem DGB-Kongress im Mai 2014 einen friedenspolitischen Antrag vorzulegen. Und, dass es einen weiteren „friedens- und sicherheitspoltischen Workshop“ geben werde, allerdings inhaltlich anders zugeschnitten.
Das ist sehr zu begrüßen. Denn in der Tat wäre angesichts der wachsenden Zahl an Bundeswehreinsätzen im Ausland, dem Drohnenbeschaffungsprogramm oder den Exporterfolgen der deutschen Rüstungsindustrie eine neue friedenspolitische Debatte in den Gewerkschaften ein Schritt nach vorn. Und umgekehrt: angesichts der Herausforderung, eine neue Generation für friedenspolitische Aktivitäten zu gewinnen, sind die Gewerkschaften ein unverzichtbarer Bündnispartner und Multiplikator.
Dass wir uns gegenseitig brauchen, wurde dann auch an einigen Beiträgen im Verlauf des Workshops deutlich. So betonte Stefan Berger, Direktor des Instituts für soziale Bewegungen, an einem historischen Rückblick, dass das Verhältnis zwischen Arbeiterbewegung und Friedensbewegung ein enges, aber zugleich auch immer ein umkämpftes Gebiet war. Dies ergab sich auch aus den Ausführungen Reiner Brauns, dessen Beitrag angesichts der Kritik an der Ausrichtung des Workshops vorgezogen wurde. Er hob hervor, dass das Recht zur Vertretung von Interessen der Soldaten und Arbeitern in der Rüstungsindustrie historisch erkämpft worden sei; dies müsse aber einhergehen mit einer eindeutig antimilitaristischen Ausrichtung der Gewerkschaften, nicht mit deren Aufweichung. Reiner Braun definierte zahlreiche gemeinsame Herausforderungen, darunter: die Bekämpfung der Aufrüstung mit Drohnen als Einstieg in die Automatisierung des Krieges; den Widerstand gegen die Bundeswehr als einer interventionistischen Armee und die Forderung nach einem vollständigen Abzug aus allen Einsätzen, insbesondere mit Blick auf den laufenden Einsatz in Afghanistan; die Wachsamkeit gegenüber den laufenden Koalitionsverhandlungen in Hinsicht darauf, welche Hintertüren für die Verwendung der Armee im Innern gelassen werden. Schließlich empfahl er den Gewerkschaften eine neue Konversionsoffensive, hin zu einer „Humanisierung der Arbeitswelt“.
Es folgten Vertreter von Einzelgewerkschaften, die verschiedene Problemfelder anrissen. Michael Peters (ver.di) sprach über die gewerkschaftliche Interessenvertretung von 90.000 Zivilbeschäftigten und 4500 Auszubildenden in der Bundeswehr. Jürgen Brühl (IG Metall) hob hervor, dass das Verteidigungsministerium seit dem Einsatz in Afghanistan in massivem Umfang Aufträge an die Privatwirtschaft vergibt, so dass einsatzbezogene Aktivitäten zunehmend auch von profitorientierten internationalen Unternehmen ausgeführt werden. Jörg Radek (GdP) beklagte die Ausweitung internationaler Polizeieinsätze, die mit 13 bereits die Zahl der Bundeswehreinsätze übersteigen, aber im Unterschied zu diesen nicht im Bundestag debattiert und beschlossen werden würden. Diese Beiträge wurden kontrovers aufgenommen und illustrierten zugleich die mit dem Umbau der Bundeswehr zur Interventionsarmee gewachsenen Herausforderungen an die Friedensbewegung: Wie können wir uns den sozialen Problemen stellen und zugleich unsere antimilitaristischen Positionen stärken?
Wie es nicht funktioniert, zeigte das politisch strategische Rahmenprogramm, dass mit den oben genannten Rednern Nachtwei, Wieland-Karimi und Professor Herfried Münkler besetzt wurde. Alle drei sind Apologeten internationaler Einsätze. Winfried Nachtwei bemühte sich, den deutschen Afghanistaneinsatz in einem guten Lichte erscheinen zu lassen, in dem er ihn von jenem der US-Armee abgrenzte. Während letztere nur Terrorbekämpfung betrieben, führte die deutsche Armee einen Einsatz mit „Rücksicht auf die Zivilbevölkerung“. Almut Wieland-Karimi, die für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung in Afghanistan war, verteidigte die „Arbeitsteilung“ zwischen zivilen und militärischen Vertretern des Einsatzes. Herfried Münkler suchte die Kriegsziele zu verwischen, indem er einen Bedeutungsverlust des „Territoriums“ für moderne Kriege wie jenem in Afghanistan vorgab. Münkler wörtlich: „Kapitalismus ist eine gesellschaftliche Ordnung, die die Verteilung strategischer Ressourcen [d. h. Bodenschätze] nicht über Gewalt organisiert.“ Es war nur logisch, dass solche Äußerungen ununterbrochen Protest und Zwischenrufe aus dem Publikum provozierten.
In den Publikumsbeiträgen und auf dem gewerkschaftlich dominierten Abschlusspodium wurden die genannten Initiativen der GEW, aber auch grundlegend antimilitaristische Positionen deutlich gemacht. So sagte Wolfgang Uellenberg-van Dawen, Bereichsleiter für Politik und Planung in der ver.di-Bundesverwaltung, in Richtung Münkler: Im Krieg gehe es zunächst und immer um „Interessen“. Im Übrigen rechtfertige die Einbindung in internationale Bündnisse nicht die deutsche Politik. Umgekehrt müsse die EU „radikal entmilitarisiert“ werden. Marlies Tepe betonte den Beschluss der GEW, der sich gegen die Beteiligung von Jugendoffizieren am Schulunterricht wendet.
Im Nachhinein kann man sagen, dass vom Workshop ungeachtet der ursprünglichen Intention eine positive Wirkung auf die innergewerkschaftliche Debatte ausging – aufgrund der breiten Basisbeteiligung und der massiven Kritik. Eine Überlegung geriet allerdings völlig aus dem Blick: Die Auseinandersetzung verlief zumeist entlang der Frage, in welchem Verhältnis die Gewerkschaften zur Bundeswehr stehen. Doch was will eigentlich de Maizière von uns? Es ist offenkundig, dass die Bundeswehr aufgrund der Unpopularität der Auslandseinsätze eine Imagekampagne hochgezogen hat, um die Rekrutierungsprobleme in den Griff zu bekommen. Aus Sicht der Bundesregierung sind die Gewerkschaften nicht mehr als geeignete Multiplikatoren, um gewissermaßen „von unten“ den Widerstand gegen diese Kampagne zu unterlaufen. Eine „Kooperation“ zwischen DGB und Bundesverteidigungsministerium bringt der Bundeswehr viel, aber den Gewerkschaften gar nichts.
Ich denke, dieses Argument ist wichtig, um gewerkschaftliche Bündnispartner jenseits der in der Friedensbewegung sozialisierten Teilen zu gewinnen. Der Verlauf des Workshops jedenfalls hat gezeigt, dass es eine gute Ausgangsbasis gibt, um breite Mehrheiten gegen die vergifteten Annäherungsversuche seitens des Bundesverteidigungsministeriums zu gewinnen.

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Nach der Bundestagswahl: Wie weiter? https://christinebuchholz.de/2013/11/06/nach-der-bundestagswahl-wie-weiter/ Wed, 06 Nov 2013 11:05:50 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=4823 Der Gesprächskreis Frieden der Rosa- Luxemburg-Stiftung kam am ersten Novemberwochenende zu seiner alljährlichen Klausurtagung zusammen. Aus diesem Anlass habe ich einen Brief verfasst, der zu den vor uns liegenden Schwerpunkten in der Außen- und Friedenspolitik Stellung bezieht. Ihr könnt das Schreiben hier hochladen.

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Rede zum Antikriegstag – Keine deutsche Beteiligung am US-Angriff auf Syrien! https://christinebuchholz.de/2013/09/02/rede-zum-antikriegstag-keine-deutsche-beteiligung-am-us-angriff-auf-syrien/ Mon, 02 Sep 2013 08:41:40 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=4731 130901_Antikriegstag_Berlin.web
 
Am 1. September 1939 griff die Wehrmacht Polen an und löste damit den Zweiten Weltkrieg aus. Aus diesem Anlass mobilisiert die Friedensbewegung jedes Jahr am 1. September zu einem Antikriegstag, an dem nicht nur die Erinnerung wachgehalten, sondern auch gegen neue Kriege protestiert wird. Die Demonstrationen in diesem Jahr fanden unter dem Schatten eines bevorstehenden US-geführten Militärschlages gegen Syrien statt. Für die LINKE hielt ich auf der Kundgebung in Berlin eine Rede, die ihr hier nachlesen könnt.
 

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Passantinnen und Passanten,
im Namen der LINKEN möchte ich mich bei Euch dafür bedanken, dass ihr das Motto der heutigen Demonstration aus aktuellem Anlass geändert habt und unser gemeinsames NEIN zu einem Angriff auf Syrien in das Zentrum der heutigen Aktion zum Antikriegstag gestellt habt.
Wir stehen an der Schwelle zu einem US-Angriff auf Syrien.
Dieser drohende Angriff reiht sich ein in eine lange Reihe von militärischen Interventionen in der Region durch die USA und ihre Verbündeten.
Es ist eine Schande, dass die Bundesregierung in der vergangenen Woche der sich bildenden Kriegskoalition politische Unterstützung zugesagt hat, auch wenn sie sich an einem Militärschlag nicht direkt beteiligen will. Merkel sagte, es müsse „Konsequenzen“ geben, das Verteidigungsministerium sprach von einem „militärischen Werkzeugkasten“, der bereit stünde.
Wir sagen Nein zu einem Angriff auf Syrien! Nein zu einer deutschen Beteiligung an einem Militärschlag!
US-Außenminister Kerry rechtfertigte den bevorstehenden Angriff mit den schrecklichen Bildern des Giftgasangriffes von letzter Woche.
Wenn sich die Vorwürfe bestätigen ist klar, dass es sich bei dem Chemiewaffeneinsatz um ein fürchterliches Verbrechen handelt.
Ich sage aber auch: Ich kann Kerry die Empörung nicht abnehmen. Die US-Armee hat selbst weißen Phosphor im Irak eingesetzt. Und wo war der Protest als die israelische Armee 2009 weißen Phosphor über Gaza einsetzte?
In den Beständen der US-Armee selbst lagert eine ungeheure Menge an Giftgas. Sie sollten ihre eigenen Chemiewaffenbestände erst einmal vollständig vernichten. Das würde doch enorm helfen, die Glaubwürdigkeit der US-Regierung zu erhöhen.
Das wichtigste aber ist: Ein US-Angriff wird nur noch mehr Leid und Zerstörung über die syrische Zivilbevölkerung bringen. Die Bevölkerung Syriens hat schon genug gelitten. Unter der Diktatur Assads und unter dem Bürgerkrieg.
Wenn die US-Regierung jetzt angreifen will, hat das nichts, aber auch gar nichts mit der humanitären Lage in Syrien zu tun.
Die US-Regierung hat ein einziges Kalkül: Sie will in einer Region, die aufgrund ihres Ölreichtums zwischen Groß- und Mittelmächten umkämpft ist, Stärke demonstrieren.
Das was sie eine „Strafaktion“ nennt, ist in Wirklichkeit eine Machtdemonstration der US-Armee.
Im Übrigen könnte das Assad-Regime aus einem solchen militärischen Angriff politisch noch gestärkt hervorgehen. Das würden vor allem die oppositionellen Kräfte zu spüren bekommen, die keine US-Intervention in Syrien wollen und immer noch für ein Freiheit und Gerechtigkeit und gegen sektiererische Spaltung in Syrien kämpfen.
Ein Angriff auf Syrien könnte einen Flächenbrand auslösen. Was ist, wenn der Konflikt an der türkisch-syrischen Grenze eskaliert? Dann stehen deutsche Soldaten mit ihren Patriot-Raketen mitten drin.
Ich sage: Deutschland darf nicht Kriegspartei werden. Die Patriot-Raketen müssen sofort aus der Türkei abgezogen werden.
Dass Peer Steinbrück und die Grünen sich jetzt gegen einen Angriff aussprechen, ist erfreulich. Es wäre eine Abkehr vom bisherigen Kurs, denn bis jetzt haben sie alle Schritte der Eskalation gegenüber Syrien – auch die Stationierung der Patriot-Raketen – mitgetragen.
Allerdings sollten wir genau hingucken, ob den Worten auch Taten folgen: Die Schröder-Fischer-Regierung beteiligte sich 2003 trotz offiziellem „Nein zum Krieg“ indirekt am Irakkrieg, indem sie den Luftraum über Deutschland freigab für die US-Luftwaffe auf dem Weg nach Bagdad.
Wenn es Peer Steinbrück es ernst meint, muss er sich daran messen lassen, ob er bereit ist, die Patriot-Raketen zurückzuziehen.
Das britische Unterhaus hat Camerons Kriegsplänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das ermutigt uns: Auch die deutsche Regierung lässt sich unter Druck setzen! Die Bundesregierung muss ihre Unterstützung für Obama zurücknehmen.
 
Wir sagen:
Abzug der deutschen Patriot-Raketen aus der Türkei!
Keine indirekte Unterstützung durch AWACS-Flugzeuge oder die im Mittelmeer kreuzende Bundesmarine!
Keine Beteiligung am Angriff auf Syrien!

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Syrien: Unterstützung der Bundesregierung für Kriegskoalition ist Wahnsinn https://christinebuchholz.de/2013/08/27/syrien-unterstuetzung-der-bundesregierung-fuer-kriegskoalition-ist-wahnsinn/ Tue, 27 Aug 2013 11:29:11 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=4701 Angesichts des drohenden US-Angriffs auf Syrien habe ich heute folgende Pressemitteilung herausgegeben:
„Ein Militärschlag der USA droht den Konflikt in Syrien zu einem internationalen Krieg zu eskalieren. Ein Angriff der US-Armee mit Marschflugkörpern droht einen Flächenbrand auszulösen, der das Leid der syrischen Bevölkerung weiter verschlimmert. Mit dem Angriff hilft die US-Regierung nicht den Menschen in Syrien, sondern will einzig ihre militärische Vormachtstellung in der Region demonstrieren.
Bundesaußenminister Westerwelle hat gestern gesagt, dass Deutschland in „enger Abstimmung mit den Verbündeten“ zu denjenigen gehören werde, „die Konsequenzen für richtig halten“. Das läuft auf nichts anderes als eine Unterstützung bevorstehender militärischer Angriffe hinaus. Die Unterstützung der sich bildenden US-geführten Kriegskoalition ist Wahnsinn.
Die an der türkisch-syrischen Grenze stationierten Patriot-Raketen der Bundeswehr müssen sofort zurückgezogen werden. Andernfalls droht Deutschland in einen neuen Nahostkrieg hineingezogen zu werden. DIE LINKE wird auch in diesem Jahr zum bevorstehenden Antikriegstag, am 1. September , die Protestaktionen der Friedensbewegung für einen Abzug der Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen unterstützen.“

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