DIE LINKE – Christine Buchholz https://christinebuchholz.de Mon, 30 Aug 2021 09:33:17 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.0.12 Afghanistan: Demokratie lässt sich nicht herbeibomben https://christinebuchholz.de/2021/05/03/afghanistan-demokratie-laesst-sich-nicht-herbeibomben/ https://christinebuchholz.de/2021/05/03/afghanistan-demokratie-laesst-sich-nicht-herbeibomben/#respond Mon, 03 May 2021 13:37:33 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=14519 In einem Artikel für links-bewegt.de bilanziere ich den seit 20 Jahren andauernden Bundeswehreinsatz im Krieg in Afghanistan.

Der Abzug aus Afghanistan ist zu begrüßen. Aber er offenbart das Fiasko, das der Krieg angerichtet hat. Der Afghanistankrieg war ein Desaster. Die genauen Opferzahlen sind nicht bekannt. Die Ärzteorganisation IPPNW ging bereits 2016 davon aus, dass 250.000 Menschen direkt oder indirekt durch den Krieg getötet und 12 Millionen Menschen vertrieben wurden. Auch 3600 Soldatinnen und Soldaten der westlichen Allianz verloren ihr Leben, viele kamen mit schweren Verletzungen und Traumata nach Hause.

Der US-geführte Krieg westlicher Staaten ab 2001 wurde damit begründet, dass man mit dem Sturz der Taliban das afghanische Volk, insbesondere die Frauen, befreien und den internationalen Terrorismus bekämpfen wolle. Als weiteres Argument wurde die Absicherung der Regierung von Präsident Hamid Karsai genannt, die auf dem Petersberg in Bonn im Dezember 2001 eingesetzt wurde. Keines dieser Ziele ist erreicht, im Gegenteil. Die Taliban sind stark wie lange nicht mehr, die soziale und die wirtschaftliche Situation im Land sind katastrophal.

In einem unter dem ehemaligen Präsidenten Karzai geschaffenes Patronage-System konkurrieren verschiedene Gruppen um wirtschaftlichen Einfluss und knapper werdende Ressourcen. Oft sind sie mit dem Drogenhandel verbunden. Terror und Gegenterror wurden ausgeweitet.

Der teuerste Auslandseinsatz der Bundeswehr

Mit dem Abzug geht der teuerste und verlustreichste Auslandseinsatz in der Geschichte der Bundeswehr zu Ende. 59 deutsche Soldaten verloren ihr Leben, 35 davon wurden bei Anschlägen oder in Gefechten getötet. Mehr als 12 Milliarden Euro kostete der Bundeswehreinsatz. Er bestand aus einer offensiven Kampfoperation, der Operation „Enduring Freedom“ und der zunächst als Stabilisierungsmission verkauften ISAF-Mission, die immer stärker und immer offensichtlicher Aufstandsbekämpfung betrieb. Seit 2015 war die Bundeswehr im Rahmen des robusten Mandates der „Resolut Support Mission“ in Afghanistan. Aber ging es dem 2001 in Afghanistan einmarschierende Militärbündnis westlicher Staaten überhaupt um Demokratie, Frauenrechte und gesellschaftlichen Fortschritt?

Die wahren Ziele des Westens

Den USA ging es um geostrategischen Einfluss im ölreichen Nahen und Mittleren Osten. Den deutschen Regierungen ging es auch darum, in einer Region von zentraler geopolitischer Bedeutung militärisch präsent zu sein und darum, dem seit Anfang der 1990er Jahre angestrebten Ziel des Ausbaus der Bundeswehr zu einer weltweit operierenden militärischen Kraft näherzukommen.

1994 klagte die SPD vor dem Bundesverfassungsgericht noch gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr! Sieben Jahre später machte die rot-grüne Regierung den Weg frei für die deutsche Beteiligung am Afghanistankrieg. Wer nicht mitkämpft, hat auf der Weltbühne nichts mitzureden. Der damalige Außenminister Joschka Fischer sagte: „Die Entscheidung `Deutschland nimmt nicht teil` würde auch eine Schwächung Europas bedeuten und würde letztendlich bedeuten, dass wir keinen Einfluss auf die Gestaltung einer multilateralen Verantwortungspolitik hätten. Genau darum wird es in den kommenden Jahren gehen. […] Das Maß der Mitbestimmung richtet sich nach dem Maß des Mitwirkens.“

Testfeld Afghanistan

Für das Verteidigungsministerium war Afghanistan ein Testfeld, auf dem die Bundeswehr an der Seite der amerikanischen Streitkräfte den Krieg gelernt hat. 150.000 Soldatinnen und Soldaten waren in Afghanistan im Einsatz. Im Rahmen der Militäreinsätze wuchs die Bundeswehr in neue Aufgaben hinein, vom aktiven Gefecht über die Beteiligung an der systematischen Ermordung führender Kommandanten des Gegners bis zur Steuerung militärischer Drohnen. Deutschland war im Krieg. Das Massaker von Kundus, bei dem am 4. September 2009 über 100 Zivilisten auf Befehl des Bundeswehroberst Klein ermordet wurden, steht beispielhaft für diese neue Rolle.

1981, nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan, schrieb der US-amerikanische Sozialist und Aktivist Jonathan Neale: „Niemand kann ein anderes Volk befreien, weder durch Erziehung noch durch Staatsmacht noch durch Putsche und amtliche Dekrete.“ Das ist heute so richtig wie vor vierzig Jahren.

Vierzig Jahren des Krieges haben die Taliban und andere rückschrittliche Kräfte im Land gestärkt. Wie schon in Irak und in Libyen zeigt sich in Afghanistan, dass die Zerstörung gewachsener gesellschaftlicher Strukturen durch den westlichen Imperialismus bestehende Ansätze von Widerstand gegen die Herrschaft der Taliban geschwächt und zurückgeworfen hat. Die Flüchtlingskatastrophe im Mittleren und Nahen Osten ist vor allem das Resultat westlicher Militäreinsätze und im Falle von Syrien auch von russischer Militärintervention.

Für den Westen ist der Abzug eine Niederlage

Die Lehre aus der afghanischen Katastrophe ist die gleiche wie die aus der syrischen, libyschen und irakischen Katastrophe: Demokratie, gesellschaftlicher Fortschritt können nicht mit Kriegen von außen aufgezwungen werden.

Die Konsequenz aus dem Afghanistan-Desaster muss sein, die ausländischen Truppen, Spezialkräfte und Geheimdienste dauerhaft zurückzuziehen. Die Bundeswehr ist aus den Auslandseinsätzen abzuziehen, sie darf sich keinen weiteren Kriegen anschließen und keine neuen Kriege anfangen. Dass immer noch Menschen nach Afghanistan abgeschoben werden, ist ein Skandal. Das Auswärtige Amt muss seine Lageeinschätzung zur Sicherheitslage in Afghanistan korrigieren. Sämtliche Abschiebeflüge müssen sofort gestoppt werden.

i https://www.linksfraktion.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Sonstiges/schwarzbuch-bundeswehr.pdf, S.23

ii Jonathan Neale, Die afghanische Tragödie, Hannover 1981

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AfD-Burkaverbot ist rassistische Scheindebatte https://christinebuchholz.de/2018/02/22/afd-burkaverbot-ist-rassistische-scheindebatte/ Thu, 22 Feb 2018 12:40:16 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=6740 Die AfD führt eine Scheindebatte, denn ein Vollverschleierungsverbot im öffentlichen Raum verstieße gegen das Grundgesetz. Es geht der frauenfeindlichen Partei AfD nicht um weibliche Selbstbestimmung. Sie will weiter rassistische Vorurteile gegen den Islam und Muslime verbreiten. Leider befeuern auch CDU/CSU diese Scheindebatte. DIE LINKE steht gegen den Zwang zu religiöser Bekleidung, ebenso wie gegen den Zwang, sie abzulegen.

Christine Buchholz (DIE LINKE):
Herr Präsident! Meine Damen und Herren!
Die AfD fordern nun also ein Verbot der Vollverschleierung im öffentlichen Raum. Lassen Sie mich es vorneweg sagen: Wir lehnen den Zwang, eine religiöse Bekleidung zu tragen, wie den Zwang, sie abzulegen, ab.
(Beifall bei der LINKEN)
Die Abgeordneten der AfD wissen höchstwahrscheinlich, dass das Verbot gegen Artikel 4 des Grundgesetzes verstieße. Der vorliegende Antrag der AfD ist damit für den Papierkorb. Wieder eröffnet die AfD eine rassistische Scheindebatte.
(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Widerspruch bei der AfD)
Eines ist klar: Es geht der AfD weder um die betroffenen Frauen noch um weibliche Selbstbestimmung.
(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)
Das Programm der AfD ist frauenfeindlich.
(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Sie will das Antidiskriminierungsgesetz abschaffen und Geschlechterquoten streichen. Sie ist sogar gegen Aktionen für gleichen Lohn für gleiche Arbeit wie den Equal Pay Day. Auch zahlreiche Abgeordnete sind schon durch frauenfeindliche Äußerungen aufgefallen; Herr Boehringer ist da nicht alleine. (Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)
Schauen Sie einmal die sexistischen Hasskommentare Ihrer Anhänger an. Das ist einfach nur widerlich. (Beifall bei der LINKEN und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Widerspruch bei der AfD)
Den Frauen, die gegen ihren Willen Burka oder Nikab tragen, hilft das Verbot überhaupt nicht.
Vizepräsident Wolfgang Kubicki:
Frau Kollegin, erlauben Sie eine Zwischenfrage des Kollegen Brandner, AfD?
Christine Buchholz (DIE LINKE):
Nein, die haben genug Redezeit. – Die AfD will offenbar, dass Frauen, die gegen ihren Willen Burka oder Nikab tragen, nicht einmal das Haus verlassen können, um sich öffentlich zu bewegen, einen Arzt zu besuchen, an einem Elternabend teilzunehmen oder um Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es ist absolut lächerlich, dass sich die AfD zur Anwältin der weiblichen Selbstbestimmung aufspielt.
(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Lachen der Abg. Dr. Alice Weidel (AfD))
Worum geht es der AfD also? Es geht darum, weiter rassistische Vorurteile gegen Muslime und den Islam zu verbreiten. Die AfD behauptet, unter Muslimen würde ohne Verbot der Vollverschleierung ein Gruppendruck zur Vollverschleierung entstehen.
(Zuruf von der AfD: Ja, so ist es!)
Hier entsteht vor Ihrem geistigen Auge das Bild einer „kulturellen Landnahme“, das eben auch Herr Curio bemüht hat. (Dr. Bernd Baumann (AfD): Genau!)
Das ist absoluter Bullshit.
(Beifall bei der LINKEN)
Die übergroße Mehrheit der muslimischen Frauen in Deutschland ist nicht vollverschleiert und sieht die Vollverschleierung als nicht geboten an. Das weiß übrigens auch jeder, der mit muslimischen Frauen spricht, anstatt sie zu verfolgen.
(Beifall bei der LINKEN – Zuruf von der AfD: Wir verfolgen sie doch nicht!)
Die AfD stellt hier eine Behauptung auf, die nichts mit der Realität zu tun hat, sondern ausschließlich ihrer rassistischen Paranoia entspringt.
(Beifall bei der LINKEN – Lachen der Abg. Dr. Alice Weidel (AfD) – Dr. Alice Weidel (AfD): “Rassistische Paranoia”!)
Die AfD schreibt in ihren Antrag, dass der Islam an sich unverschleierte Frauen als ehrlos markiere. Auch das ist eine reine Behauptung, die durch nichts belegt ist.
In Wirklichkeit nehmen hier in Deutschland Hass und Gewalt gegen Muslime zu, vor allem gegen muslimische Frauen. Gerade vor zwei Tagen wurde eine Frau in einem Berliner Supermarkt verletzt, als ihr gewaltsam der Schleier vom Kopf gerissen wurde. Das ist das Resultat Ihrer Hetze, meine Damen und Herren von der AfD.
(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Aber auch die CDU/CSU befördert diese Scheindebatte seit Jahren, wenn sie immer wieder über das Thema Burka redet. Herr Mayer hat das eben noch einmal vorexerziert. Leider geht auch der vorliegende Koalitionsvertrag der AfD auf den Leim, wenn in ihm ein Vollverschleierungsverbot in Gerichten angekündigt wird; denn hier gibt es ausreichend Regelungen.
(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)
Die Linke fordert Hilfe und Unterstützung für alle Frauen, denen Zwang angetan wird, ob dieser Zwang nun religiös begründet wird oder nicht. Wir stehen an der Seite aller Frauen, die sich gegen ihre Unterdrückung und für ihre Rechte einsetzen. Was diese Frauen am allerwenigsten brauchen, ist der vorliegende Antrag der AfD.
(Beifall bei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)

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Jahresauftakt von DIE LINKE. Offenbach am Main https://christinebuchholz.de/2018/02/17/jahresauftakt-von-die-linke-offenbach-am-main/ Sat, 17 Feb 2018 12:51:02 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=6727 Schöner Jahresauftakt der LINKEN Offenbach am Main. Gemeinsam mit Freundinnen und Freunden aus Erwerbslosenbewegung, Gewerkschaften, Flüchtlingssolidarität und Religionsgemeinschaften werden wir für ein soziales Offenbach und gegen Rassismus kämpfen. Wir leisten unseren Beitrag für eine starke LINKE im Hessischen Landtag bei den Landtagswahlen im Oktober.

 

 

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Groko nährt Generalverdacht gegen Muslime – Der Islam und der Koalitionsvertrag https://christinebuchholz.de/2018/02/16/groko-naehrt-generalverdacht-gegen-muslime-der-islam-und-der-koalitionsvertrag/ Fri, 16 Feb 2018 10:15:46 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=6759 Der Islam/Muslime kommen im Koalitionsvertrag fast ausschließlich im Kontext von Extremismusprävention und Sicherheit vor.
Insgesamt sieben Mal werden die Begriffe „Islamismus“, „islamistischer Extremismus“, „islamistischer Terrorismus“, „radikaler Islam“ benutzt, dabei fehlt jede Trennschärfe.

Auch die Fortführung der Islamkonferenz wird dieser Logik entsprechend im Kapitel „Prävention“ erwähnt.
Angesichts dieser Grundausrichtung wirkt der positive Bezug auf den Dialog mit Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften und die Ablehnung von „antiislamischen Stimmungen“ als Kosmetik. Praktische Konsequenzen in Bezug auf antimuslimischen Rassismus oder Maßnahmen zum Abbau von Diskriminierungen von muslimischen Religionsgemeinschaften fehlen.


Ein weiterer Absatz (S. 134) nährt den Generalverdacht gegen Muslime, ist rechtstaatlich problematisch und bedeutet eine Ungleichbehandlung von Muslimen.
„Wir werden den radikalen Islam in Deutschland zurückdrängen.“
Im Koalitionsvertrag wird nicht erklärt, was damit gemeint ist. Der rassistische Diskurs von CSU, AfD und Teilen der Medien, in dem der Islam als im Wesen „radikal“ und „nicht mit unseren Werten vereinbar“ ist, wird damit übernommen. ansieht.
„Wir erwarten, dass Imame aus dem Ausland Deutsch sprechen.“

Der Staat hat keine Vorschriften für Gottesdienste zu machen – ob in der Kirche, in der Moschee oder in der Synagoge. Viele Imame predigen auf Deutsch. Es gibt in Deutschland zum Beispiel christliche Predigten auf Französisch, Polnisch und Russisch; Synagogen, in denen englisch, hebräisch oder russisch gesprochen wird und genauso wie auch türkische, bosnisch- oder arabischsprachige Gottesdienste in Moscheen abgehalten werden.
„Radikalisierte Moscheen werden wir beobachten und gegebenenfalls schließen.“
In Kombination mit der Ausweitung der Befugnisse des Verfassungsschutzes im Bereich – auch bei Phänomenen „die zunächst keine Gewaltbezug aufweisen“ – ist diese Ansage rechtstaatlich höchst problematisch und nährt den Generalverdacht gegen Muslime.
Die Verstrickungen des Verfassungsschutzes in den NSU-Skandal, der übrigens nur in Bezug auf Opferschutz auftaucht, kommen genauso wenig vor wie in Bezug auf fatale Fehler und institutionellen Rassismus.

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Solidaritäts-Schreiben wegen Schüssen auf das Islamische Kulturzentrum in Halle https://christinebuchholz.de/2018/02/09/solidaritaets-schreiben-an-das-islamische-kulturzentrum-in-halle/ Fri, 09 Feb 2018 17:17:07 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=6720 Dokumentiert: Brief an das islamische Kulturzentrum Halle, auf das am 2. Februar 2018 mehrere Schüsse abgegeben wurde.

Sehr geehrter Vorstand des Islamischen Kulturzentrums Halle, liebe Gemeindemitglieder,
für DIE LINKE möchten wir unser Entsetzen über die Schüsse auf Ihre Moschee am 02.02.2018 und die Woche davor ausdrücken. Wir wünschen dem verletzten Moscheebesucher gute Genesung.
Mit großer Sorge nehmen wir die Zunahme von Übergriffen auf Muslime und muslimische Einrichtungen wahr. Ein Anschlag auf ein religiöses Gebäude – ob Moschee, Synagoge oder Kirche – ist ein Anschlag auf die Religionsfreiheit, auf Freiheit, Demokratie und uns alle.
Vor dem Hintergrund des wachsenden alltäglichen antimuslimischen Rassismus in Deutschland, der sich nicht zuletzt im Erstarken der AfD ausdrückt, können wir die Angst und Verunsicherung ihrer Mitglieder gut nachvollziehen. Wir stehen solidarisch an Ihrer Seite.
Wir streiten für eine Gesellschaft, in der Menschen gleichberechtigt zusammenleben – ohne Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Kultur oder Religion.
Wenn wir Ihrer Gemeinde behilflich sein können, lassen Sie es uns bitte wissen. Gerne würde Frau Dr. Sitte Ihre Gemeinde besuchen und steht für ein Gespräch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Petra Sitte – Abgeordnete aus Halle im Bundestag
Christine Buchholz – Sprecherin für Religionspolitik der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

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Der Komplettabzug der Bundeswehr aus Afghanistan ist überfällig https://christinebuchholz.de/2013/01/09/der-komplettabzug-der-bundeswehr-aus-afghanistan-ist-uberfallig/ Wed, 09 Jan 2013 11:56:09 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=3907 Für den Geschäftsführenden Vorstand der Partei DIE LINKE kommentiere ich einer Presseerklärung die Erwägung der US-Regierung, die US-Soldaten Ende 2014 komplett aus Afghanistan abzuziehen:
Ein Komplettabzug aus Afghanistan ist überfällig. Die Tatsache, dass die US-Regierung offen diese Möglichkeit in Betracht zieht, stellt die Bundesregierung bloß. Denn anstatt endlich abzuziehen, planen NATO und die Bundesregierung für einen Endloseinsatz über 2014 hinaus unter dem Kürzel ITAAM. Der von der Bundesregierung angekündigte Abzug der Bundeswehr Ende des Jahres 2014 ist pure Augenwischerei.
Das von Verteidigungsminister De Maizière angeführte Argument, dass sich die Sicherheitslage in Afghanistan nach einem Abzug dramatisch verschlechtern würde, ist ein Vorwand. Tatsächlich fühlt sich die Mehrheit der Bevölkerung in Afghanistan durch die NATO-Truppen bedroht und wünscht deren Abzug. Der NATO-Krieg hat unzählige afghanische Opfer gefordert und mehr als 3200 NATO-Soldaten das Leben gekostet.
 

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Mehr LINKE mit Fokus auf soziale und gewerkschaftliche Kämpfe https://christinebuchholz.de/2012/11/07/mehr-linke-mit-fokus-auf-soziale-und-gewerkschaftliche-kampfe/ Wed, 07 Nov 2012 14:38:20 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=3608
Brauchen wir einen neuen Aufbruch für Arbeit und soziale Gerechtigkeit? Diese Frage haben Oskar Lafontaine, Klaus Ernst, Ralf Krämer und ich im IG Metall Haus in Berlin am 5.11.  auf der 7. Veranstaltung der WASG Lesereise diskutiert. Das neuerschienene Buch erzählt die Geschichte der »Wahlalternative Arbeit & Soziale Gerechtigkeit« (WASG) und die Entstehung der Partei DIE LINKE im Jahr 2007.
Die WASG wurde verstanden als politische Alternative und Ansprechpartner für die Gewerkschaften, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, nachdem die SPD mit den Hartz IV-Gesetzen, den Ausbau des Niedriglohnbereiches, den Rentenkürzungen und vieles mehr sich auf die Seite der Unternehmerinnen und Unternehmer geschlagen hat. Konnte die WASG ihre gewerkschaftliche Ausrichtung mit in die neue LINKE nehmen? Klaus Ernst stellte fest, dass viele Themen der Partei DIE LINKE wie die des  Mindestlohnes jetzt im Bundestag diskutiert werden. Da sich die Lebenssituation der Bevölkerung nicht verbessert hat und es zu weiteren Demokratieabbau europaweit und Vergrößerung der Armut in Folge der Finanzkrise kommt, bräuchten wir nun ein „Mehr an WASG in der LINKEN“.
Oskar betonte die Verantwortung der Gewerkschaften in Deutschland für den Erfolg des sozialen Widerstandes in Europa. Die im europäischen Vergleich starken Gewerkschaftsorganisationen in Deutschland dürfen die Lohnkürzungen nicht mehr zulassen. Oskars betonte die Erfolge der LINKEN im Parlament und wünschte sich auch in Zukunft eine starke Partei. Damit zum Beispiel die direkte Kreditvergabe der Europäischen Zentralbank an die Krisenländer statt über den Umweg der privaten Banken als ernsthaftes Thema im Bundestag  diskutiert wird.
Ralf Krämer forderte eine stärkere Klassenorientierung der Linken ein.
Ich argumentierte aus der Erfahrung der WASG-Gründung, dass die  sozialen Bewegungen nicht als „nettes Beiwerk“ einer linken Partei zu betrachten sind, während  der Kern unserer Arbeit die parlamentarische Debatte ist. Im Gegenteil: Unseren politischen Erfolg auch im Parlament, erzielen wir durch unsere Beteiligung an sozialen Kämpfen und Auseinandersetzungen. Die Linke kann den Enthusiasmus aus den Zeiten der WASG für das Wahljahr gut gebrauchen.

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Mit blauen Helmen in den Krieg? Das Parteiprogramm der LINKEN und die UNO https://christinebuchholz.de/2012/10/05/mit-blauen-helmen-in-den-krieg-das-parteiprogramm-der-linken-und-die-uno/ Fri, 05 Oct 2012 08:36:32 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=3445 Mit Stefan Ziefle habe ich im Sammelband der Linksjugend [’solid] Hamburg „Mit Kapitalismus ist kein Frieden zu machen!“ den Beitrag „Mit blauen Helmen in den Krieg? Das Parteiprogramm der LINKEN und die UNO“ geschrieben.
„Das Programm, das die Delegierten auf dem Programmparteitag der Partei DIE LINKE. in Erfurt im Oktober 2011 mit 96 Prozent beschlossen haben, ist in der Frage deutscher Auslandseinsätze eindeutig: „ DIE LINKE wird niemals einer deutschen Beteiligung an einem Krieg zustimmen. Krieg löst kein Problem, er ist immer Teil des Problems. Die Bundeswehr muss aus allen Auslandseinsätzen zurückgeholt werden (..).“
Wir diskutieren die Frage, ob DIE LINKE die Zustimmung zu Militäreinsätzen der Vereinten Nationen jeweils im Einzelfall prüfen oder Blauhelmeinsätze prinzipiell ablehnen sollte. Wir argumentieren anhand einer kurzen Geschichte der UNO für die prinzipielle Ablehnung von UNO-Einsätzen. Die Orientierung auf die UNO als Instrument zur Schaffung von Frieden kann sich als Türöffner für die Aufweichung der LINKEN Antikriegsposition entpuppen.
Wir kommen zu folgendem Fazit: „Intergouvernementale Bühnen, auf denen kapitalistische Staaten ihre diplomatische Positionen verhandeln, bieten der Linken keinen Rahmen für ihre Politik. Die Aufgabe der Linken ist es vielmehr, die Interessen deutliche zu machen, die die rivalisierenden kapitalistischen Nationalstaaten immer wieder in kriegerischen Konflikte trieben. Der einzige Weg, unsere Argumente handlungswirksam werden zu lassen, besteht im Aufbau von Gegenöffentlichkeit und Gegenmacht von unten.“
Der Sammelband kann im örtlichen Buchladen oder direkt beim Papyrossa-Verlag für den Preis von 10€ (Euro) erworben werden.

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Neustart gelungen https://christinebuchholz.de/2012/06/04/neustart-gelungen/ Mon, 04 Jun 2012 14:45:26 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=3099 Der Parteitag der LINKEN am 2./3.6. in Göttingen hat mit der Wahl eines neuen Vorstands die Grundlage für einen neuen Aufbruch als Bewegungspartei geschaffen.
Die beiden neuen Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger stehen für eine tiefe Verbindung der Partei mit außerparlamentarischen Bewegungen. Kipping hat DIE LINKE unter anderem in den Protesten gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm, gegen den Naziaufmarsch in Dresden und bei Blockupy Frankfurt verankert. Riexinger steht als Chef des kampfstarken ver.di-Bezirks Stuttgart für eine mobilisierende Gewerkschaftstradition und den Widerstand gegen Stuttgart 21. Beide sind zudem lange in den Protesten gegen Sozialabbau aktiv. Beide gehörten schon zum Vorbereitungskreis der Demonstration von 100.000 am 1. November 2003 in Berlin, als Widerstand gegen die Agenda 2010 seinen Anfang nahm, der in der Gründung zunächst der WASG und später der LINKEN mündete.
Von einem »Linksruck in der LINKEN« zu sprechen, wie Die Welt oder von einem »Sieg des Lafontaine-Lagers im Machtkampf«, wie der Stern, ist dennoch völlig verfehlt. Zwar erteilten die Delegierten dem Kandidaten Dietmar Bartsch eine Absage. Doch die guten Wahlergebnisse der beiden Reformer Matthias Höhn als Bundesgeschäftsführer und Raju Sharma als Bundesschatzmeister zeigen deutlich ihre Unterstützung in Ost und West. Zudem haben die Delegierten Vertreter aller Parteiflügel von Sahra Wagenknecht bis hin zum Berliner Landesvorsitzenden Klaus Lederer in den neuen Vorstand gewählt.
Der Parteitag hat vielmehr gezeigt, wie groß der Wille in der Partei ist, auf der Basis des Erfurter Programms endlich praktisch zusammenzuarbeiten. Fraktionschef Gregor Gysi hat in seiner umstrittenen Rede das Gespenst der Spaltung der Partei an die Wand gemalt. Dass der Parteitag trotz Gysis Auftritt eine breit zusammengesetzte und auf Kooperation orientierte Führung gewählt hat, beweist, dass DIE LINKE eine Substanz hat, die weit über die Galionsfiguren Lafontaine und Gysi hinaus besteht.
Die Wurzeln der neuen LINKEN im Widerstand kommen im neuen Vorstand also gut zum Ausdruck. Die politischen Probleme, die die Partei hat, sind damit zwar noch keineswegs beseitigt. DIE LINKE steckt nicht der Krise, weil sie streitet, sondern sie streitet, weil sie in der Krise steckt. Doch der neue Vorstand bietet die Voraussetzungen dafür, diese zu überwinden.
Die Verankerung von Kipping und Riexinger in außerparlamentarischen Bewegungen bietet der Partei eine Orientierung, wie sie ihre Milieus wieder erreichen kann. Derzeit wird die Partei zu sehr als Teil des politischen System wahrgenommen. Wenn sie wieder Teil des Widerstands wird, gibt das zum einen Millionen möglicher Wähler eine Hoffnung auf Veränderung und zum anderen die Chance, neue Mitglieder zu gewinnen.
Verschiedene Vorstandsmitglieder haben bereits Ansatzpunkte für Kampagnen genannt, mit denen DIE LINKE vor Ort im Vorfeld des Bundestageswahlkampfes 2013 unmittelbar an die politischen Auseinandersetzungen anknüpfen kann. Unter anderem Klaus Lederer sprach in seiner Vorstellungsrede davon, die Auswirkungen des EU-Fiskalpakts und der Schuldenbremse auf die Finanzen der Kommunen und die damit verbundenen Privatisierungen zum Thema zu machen. Da diese in fast jeder Kommune spürbar sind, bietet diese Orientierung der LINKEN überall die Möglichkeit aktiv zu werden. Zudem bietet der Fiskalpakt, der im Interesse der Banken und Konzerne ist, die Chance, über die grundsätzliche Ablehnung des kapitalistischen Systems zu sprechen.
Es kommt jetzt darauf an, diese Chance zu ergreifen und dafür zu sorgen, dass DIE LINKE ihre Möglichkeiten ausschöpft und ihre alte Stärke wieder erreicht. Ein Blick nach Frankreich oder Griechenland zeigt, dass das geht.
 
 

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Gegen EU-Spardiktat und Billiglöhne https://christinebuchholz.de/2012/05/01/gegen-eu-spardiktat-und-billiglohne/ Tue, 01 May 2012 20:34:56 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=3006
DIE LINKE auf der Maikundgebung in Offenbach
DIE LINKE auf der Maikundgebung in Offenbach

Ich habe heute an den Maikundgebungen in Offenbach und Frankfurt/Main teilgenommen. Dort habe ich zu den Blockupy-Protesten gegen das EU-Spardiktat mobilisiert. Ein weiterer Schwerpunkt der LINKEN war der Kampf gegen Billiglöhne.
DIE LINKE auf der Maikundgebung in Frankfurt/Main
DIE LINKE auf der Maikundgebung in Frankfurt/Main

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