Demokratie – Christine Buchholz https://christinebuchholz.de Wed, 28 Aug 2019 14:45:41 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.0.12 Nein zur Repression. Ja zu einer demokratischen und politischen Lösung https://christinebuchholz.de/2017/10/20/nein-zur-repression-ja-zu-einer-demokratischen-und-politischen-loesung/ Fri, 20 Oct 2017 10:55:47 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=6634 Stellungnahme zum aktuellen Katalonien-Konflikt von Christine Buchholz, Andrej Hunko, Raul Zelik, Mitglieder im Parteivorstand DIE LINKE

Wir verurteilen die Drohungen der spanischen Regierung zur Entmachtung der katalanischen Regierung und die Gewalt, mit der die konservative Zentralregierung in Madrid versucht hat, die Volksabstimmung am 1. Oktober zu verhindern. Wir unterstützen die Forderung der Menschenrechtskommissare der UNO und des Europarates nach einer unabhängigen Untersuchung der Polizeigewalt. Die spanische Polizei verhaftete katalanische Politiker/innen, beschlagnahmte im Vorfeld der Wahl Wahlscheine, stürmte Wahllokale und verletzte mehrere hundert Wählerinnen und Wähler. Mehrere hunderttausend Stimmzettel sind durch den Polizeieinsatz abhandengekommen. Trotz der Gewalt beteiligten sich 2,3 Millionen der 5,3 Millionen Wahlberechtigten an der Abstimmung (43%). 90 Prozent von ihnen stimmten für die Unabhängigkeit.Die Bundesregierung und die EU dürfen der Regierung Rajoy keinen Blankoscheck für die gewaltsame Niederschlagung des von breiten Teilen der Bevölkerung getragenen Protests erteilen.

 

Der Konflikt um den Status Kataloniens hat vielfältige historische Wurzeln und die Bestrebungen nach einem unabhängigen Staat sind in den vergangenen Jahren insbesondere durch die Weigerung der spanischen Regierungen gegen Verfassungsreformen stark gewachsen. Er wird sich nur durch einen Dialog lösen lassen, wie ihn auch die sogenannte „Elder-Gruppe“ ehemaliger UNO-Generalsekretäre und anderer Führungspersönlichkeiten gefordert hat. In Anbetracht der jüngsten Eskalation zeigt sich die Notwendigkeit einer internationalen Vermittlung einmal mehr.Im Konflikt um Status Kataloniens geht es auch um demokratische Grundrechte. Eine große Mehrheit der Bevölkerung Kataloniens wünscht sich ein Referendum über den Status ihrer Region. Die Bewegung verbindet sich mit dem Wunsch breiter Teile der Bevölkerung nach mehr sozialer Gerechtigkeit und einem Ende der neoliberalen Politik, die die spanischen Regierungen in der Finanz- und Wirtschaftskrise durchgesetzt haben. Die katalanische Regierung hingegen hat unter dem Druck der Bevölkerung zahlreiche fortschrittliche Gesetze verabschiedet, die der spanische Zentralstaat wiederum kassiert hat: Gegen Zwangsräumungen und für Energielieferungen für arme Familien im Winter, für sozialen Wohnungsbau, gegen Fracking und für die Gleichstellung von Frauen am Arbeitsplatz. Im Februar demonstrierten in Barcelona 300.000 Menschen dafür, dass der spanische Staat mehr Geflüchtete aufnimmt.

 

Der Generalstreik am 3. Oktober, zu dem auch die wichtigsten katalanischen Gewerkschaften aufgerufen hatten, um gegen die Repression im Zuge des Referendums zu protestieren, hat verdeutlicht, dass die Bewegung für Unabhängigkeit und Demokratie auch von den Gewerkschaften getragen wird.Eine repressionsfreie Volksbefragung, wie sie auch von den spanischen Linksparteien Podemos und Izquierda Unida unterstützt wird, kann Teil einer demokratischen Lösung des Konflikts sein. Ein demokratisches Referendum, wie es 2014 in Schottland stattfand, muss auch in Katalonien möglich sein. Hierfür muss auch die spanische Regierung ihre Blockadehaltung aufgeben und zu Kompromissen bereit sein.

]]>
Demoverbot in Frankfurt – Demokratieabbau durch Fiskalpakt wirft Schatten voraus https://christinebuchholz.de/2012/05/14/demoverbot-in-frankfurt-demokratieabbau-durch-fiskalpakt-wirft-schatten-voraus/ Mon, 14 May 2012 07:30:07 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=3039 „Auch wenn die schwarz-grüne Stadtregierung von Frankfurt alles tut, um die Krisenproteste über Himmelfahrt zu verhindern, werden wir gemeinsam mit tausenden Menschen aus ganz Europa gegen die unsozialen Spardiktate und für ein demokratisches, soziales und friedliches Europa auf die Straße gehen“, erklären Sahra Wagenknecht, stellvertretende Parteivorsitzende, und Christine Buchholz, Mitglied im Geschäftsführenden Parteivorstand, anlässlich der gestrigen ergebnislosen Verhandlungen der Veranstalter mit der Stadt Frankfurt vor dem Frankfurter Verwaltungsgericht.
Christine Buchholz weiter: „Es ist ein Skandal, wie die Frankfurter Stadtregierung alle Register zieht, um unseren Protest im Vorfeld zu diskreditieren und kriminalisieren. Der Demokratieabbau durch den EU-Fiskalpakt wirft seine Schatten voraus.“
Der Vorschlag, entweder auf die symbolischen Platzbesetzungen oder auf die Demonstration zu verzichten, ist nicht hinnehmbar. Die Blockupy-Tage sind ein Gesamtkonzept. Die Veranstaltungen, Diskussionen und Informationsveranstaltungen im Rahmen der symbolischen Platzbesetzungen dienen der demokratischen Willensbildung, die für den 19.5. geplante Demonstration soll dem Protest viele friedliche Ausdrucksformen geben. Wir werden weder auf die demokratische Willensbildung noch auf unseren Protest zu verzichten. Wir fordern die Stadt Frankfurt auf, endlich unser grundgesetzlich verbrieftes Recht auf Demonstrations- und Versammlungsfreiheit zu respektieren.“
Sahra Wagenknecht:  „In Griechenland und Frankreich wurde die unsoziale Kürzungspolitik bereits abgewählt, auch in anderen Ländern stehen Massenproteste, Kundgebungen und Streiks auf der Tagesordnung. Nun kommt es auf uns in Deutschland an: Lasst uns den friedlichen Protest zur Deutschen Bank und zur Europäischen Zentralbank tragen, lasst uns ein starkes Zeichen setzen gegen Kürzungsdiktate und Bankenrettungspakete, gegen den undemokratischen Fiskalpakt und den permanenten Bankenrettungsschirm ESM. Wir mobilisieren weiter. Blockupy Frankfurt – jetzt erst Recht!“

]]>
Die Gefahr geht vom EU-Spardiktat aus, nicht von den Protesten https://christinebuchholz.de/2012/05/09/die-gefahr-geht-vom-eu-spardiktat-aus-nicht-von-den-protesten/ Wed, 09 May 2012 13:16:13 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=3016 Das Stadt Frankfurt verbietet nun auch die internationale Demonstration gegen das Spardiktat am 19. Mai 2012 von „Blockupy Frankfurt“. Christine Buchholz, Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand der Partei DIE LINKE, erklärt dazu:
Vom Spardiktat der EZB, EU und IWF geht die Gefahr für die Menschen aus, nicht von den Demonstranten. Mit Fiskalpakt und Europäischem Stabilitätsmechanismus wollen die Regierungen in ganz Europa soziale Errungenschaften und demokratische Rechte zunichtemachen.
Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Roth (CDU) tritt das elementare Recht der Versammlungsfreiheit mit Füßen. Offenbar will sie internationale Proteste im Bankenviertel verhindern. Die Nervosität der Regierenden ist groß. Sie befürchten zu recht europaweiten Widerstand gegen den Angriff auf Sozialstaat und Demokratie.
Wir lassen uns den Widerstand nicht verbieten. Wir mobilisieren jetzt erst recht. Das Demonstrationsverbot hat eine breite Empörung hervorgerufen, es wird keinen Bestand haben. Die Aktionstage mit der großen internationalen Demonstration, Platzbesetzungen und zahlreichen inhaltlichen Diskussionen zur Euro-Krise werden stattfinden.
DIE LINKE steht an der Seite sozialer Bewegungen, die sich gegen das europaweite Spardiktat der Troika von IWF, EZB und EU mit gewaltfreien und kreativen Mitteln wehren. Griechen und Franzosen haben das Spardiktat bereits an den Wahlurnen abgestraft.

]]>
Schluss mit der deutschen Unterstützung für Mubarak. Solidarität mit den Demokratiebewegungen in Ägypten, Tunesien, Jemen und anderen arabischen Ländern. https://christinebuchholz.de/2011/02/08/schluss-mit-der-deutschen-unterstutzung-fur-mubarak-solidaritat-mit-den-demokratiebewegungen-in-agypten-tunesien-jemen-und-anderen-arabischen-landern/ Tue, 08 Feb 2011 15:54:27 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=1820 Ich dokumentiere hier den Beschluss des Bundesausschusses der Partei DIE LINKE vom 5. Februar 2011

Seit mehr als einer Woche versuchen Millionen Ägypterinnen und Ägypter das diktatorische Regime von Mubarak zu stürzen.
DIE LINKE ist solidarisch mit der Protestbewegung in Ägypten, Tunesien, Jemen und anderen arabischen Ländern. DIE LINKE ruft alle Mitglieder und Sympathisanten auf, sich in Deutschland an Solidaritätsdemonstrationen und -kundgebungen aktiv zu beteiligen, diese zu unterstützen oder mit zu organisieren.
Die deutsche Bundesregierung und die Europäische Union (EU) haben jahrzehntelang die diktatorischen arabischen Regime militärisch, finanziell und politisch gestützt. Zum Beispiel lieferten deutsche Unternehmen mit Genehmigung der Bundesregierung alleine 2009 Rüstungsgüter im Wert von 77,5 Millionen Euro nach Ägypten: Kleinwaffen (für die Polizei), Panzer, gepanzerte Fahrzeuge, militärische Landfahrzeuge und Kommunikationsausrüstung. DIE LINKE fordert einen dauerhaften Stopp dieser Waffenexporte.
Wie dringend geboten diese Forderung ist, zeigen Medienberichte, nach denen die ägyptische Polizei deutsche Wasserwerfer genutzt habe, um Demonstranten anzugreifen. Das Regime von Mubarak und bezahlte Schlägertrupps gehen gegen die Demonstranten mit brutaler Gewalt und Repression vor, tausende Menschen werden verletzt, Menschen ermordet. Internet und Mobilfunk werden zensiert oder abgeschaltet, die Arbeit von Journalist/inn/en zum Teil massiv bedroht.
Bis heute hält sich die Bundesregierung mit Kritik am Regime Mubaraks zurück und stärkt ihm damit den Rücken. Damit muss Schluss sein. DIE LINKE unterstützt die Forderung der ägyptischen Demonstranten nach Rücktritt von Hosni Mubarak und fordert die Bundesregierung auf, sich ebenfalls für den Rücktritt von Mubarak einzusetzen. Die Bundestagsfraktion DIE LINKE. hat eine Sondersitzung des Auswärtigen Ausschusses des deutschen Bundestages zu Ägypten durchgesetzt, um u.a. das von der Regierung einzufordern.
Auch in anderen arabischen Staaten gehen die Menschen nach dem Vorbild der tunesischen Proteste gegen die Diktatoren auf die Straße. DIE LINKE ist solidarisch mit den Protestbewegungen in Ägypten, Tunesien, Jemen und anderen arabischen Ländern.
]]>
Solidarität mit der ägyptischen Revolution https://christinebuchholz.de/2011/02/03/solidaritat-mit-der-agyptischen-revolution/ Thu, 03 Feb 2011 16:34:20 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=1808 Solidarität mit der ägyptischen Revolution heute in Berlin
Das ägyptische Regime von Mubarak geht mit Gewalt gegen die Proteste vor. Die Demokratiebewegung braucht unsere Solidarität. Schließt Euch den Protesten in Deutschland an und erhöht den Druck auf die deutsche Regierung, die Unterstützung für die ägyptischen Diktator Mubarak aufzugeben. Hier zwei Termine:

1. Solidaritätsdemonstration und Kundgebung mit Revolution in Ägypten, Tunesien und anderen arabischen Staaten
Frankfurt am Main, Samstag, 5. Februar 2011, 13 Uhr Kaisersack (Hautbahnhof), Kundgebung auf dem Römer. (Unterstützt vom Kreisverband DIE LINKE Frankfurt a.M.)
2. Solidaritätsdemo in Berlin
Freitag, den 4. Februar, Konrad-Adenauer-Platz, 14 Uhr
Samstag, 5. Februar 12 Uhr Ägyptische Botschaft, Stauffenbergerstraße 6, 14 Uhr Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor, Pariser Platz

]]>
Demokratie braucht Frieden https://christinebuchholz.de/2010/09/20/demokratie-braucht-frieden/ Mon, 20 Sep 2010 12:00:36 +0000 http://christinebuchholz.de/?p=1470 Zu den Parlamentswahlen in Afghanistan erklärt das Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand der Partei DIE LINKE, Christine Buchholz:
Der Wahlbetrug war von vornherein zu befürchten. Die Parlamentswahlen spiegelten der Welt erneut das Scheinbild einer demokratischen Entwicklung unter Besatzung vor. Kistenweise gefälschte Wahlzettel, keine Registrierung von Wahlberechtigten und „aus Sicherheitsgründen“ geschlossene Wahllokale, davon viele in vollständig friedlichen Gebieten. Mehr als 40 Menschen wurden durch Anschläge getötet, weitere 100 sind verletzt worden. Trotzdem feiern NATO und Bundesregierung die Wahlen als Erfolg ihres Einsatzes und als Schritt zur Demokratisierung des Landes. Die Weltöffentlichkeit soll so beruhigt werden. In Afghanistan wird es die Wut und den Hass nur weiter anheizen, wenn, wie zu erwarten ist, die Anhänger des umstrittenen Präsidenten Hamid Karsai offiziell zum Wahlsieger erklärt werden.
Demokratie erfordert Frieden. Den wird es erst geben, wenn die NATO endlich abgezogen ist. Auch deswegen fordert DIE LINKE die Bundesregierung auf, endlich die Bundeswehr nach Hause zu holen.

]]>