Die „neue“ Bundeswehr

Bürgergespräch und Ausstellung der Linksfraktion

Am 8.Mai um 18 Uhr eröffnet Christine Buchholz (MdB, friedenspolitische Sprecherin der Linksfraktion) eine Ausstellung zum Thema Bundeswehr heute. Bereits ab 17 Uhr steht sie in einer BürgerInnensprechstunde für Gespräche zur Verfügung.

Am 8. Mai 1945 kapitulierten die Truppen des nationalsozialistischen Deutschlands vor den Alliierten. Deutschland wurde vom Faschismus befreit. Viele Deutsche dachten damals „Nie wieder!“ Noch bei der Erstellung des Grundgesetzes war diese Einstellung maßgebend. Das ist heute anders: inzwischen weltweit schützt die Bundeswehr angeblich unsere Verfassung oder so genannte „westliche Werte“. Kriege oder zumindest kriegsähnliche Einsätze im Ausland sind fast zur Normalität geworden. Auch in Deutschland selbst ist die Bundeswehr heutzutage überall präsent im öffentlichen Leben. Von Werbepostern bis PR-Veranstaltungen setzt sie sich und ihre Kriegseinsätze wirkungsvoll in Szene. Die Armee als Abenteuer, als Sportcamp? Die neue Plakatausstellung der Bundestagsfraktion der LINKEN geht diesem Hochglanz- Image auf den Grund. In anschaulichen Bildern und mit Zahlen und Fakten belegt die Ausstellung die raue, manchmal mörderische Realität des Einsatzes – in einer Berufsarmee, die sich gerade in Richtung Angriffsfähigkeit reformiert. Betroffene Ex-Soldaten schildern ihr Erleben. Ihre bestürzenden Fälle zeigen auf, dass Militäreinsätze nie Probleme lösen, aber immer neue schaffen – in den besetzten Ländern und bei den Soldaten, die nicht oder versehrt heimkehren. Die Ausstellung setzt dies in den Kontext der “neuen” Außenpolitik der Bundesrepublik, die beginnend mit Jugoslawien 1999 versucht, Krieg als Mittel der Politik wieder salonfähig zu machen. Die Ausstellung fordert eine Politik, die jungen Menschen Chancen und Perspektiven eröffnet, und ihnen erspart, ihre Haut zu Markte zu tragen.

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