Tagung: Religion nur Privatsache?

Religion nur Privatsache? – Menschrechte und Religionsfreiheit in der linken Debatte

Erstes religionspolitisches Kolloquium der Rosa-Luxemburg-Stiftung

 

Das Menschenrecht auf Denk-, Gewissens-, Religions- und Weltanschauungsfreiheit wird öffentlich

kontrovers diskutiert, wie sonst keines der Menschenrechte. Dessen universaler Geltungsanspruch

wird in einer sozial, kulturell und letztlich auch weltanschaulich auseinanderdriftenden

und sich zunehmend polarisierenden Welt von unterschiedlichen Seiten in Frage gestellt.

 

So stehen in Leitkultur-Debatten tradierte Gemeinschaftsvorstellungen gegen neue, eigene gegen

fremde Religionen oder Abend- gegen Morgenland. Religiöse Bindungen verändern sich und werden

in Teilen der Gesellschaft schwächer. In Deutschland sinkt die Mitgliederzahl der christlichen

Kirchen und auch deshalb wird die Frage nach ihrem Verhältnis zum Staat wieder neu gestellt.

 

Zugleich radikalisieren sich Anhänger von Religionen und Weltanschauungen und bestreiten die

Freiheitansprüche anderer. Über all dem thront ein sich alternativlos gebender «Kapitalismus als

Religion» mit seinen Fetischen der Selbstvermarktung und Optimierung. Erfährt das Politische auf

neue Weise religiös oder weltanschaulich begründete Untersetzung? Stimmt die klassische These

von der Religionsfreiheit als Urspungsrecht der Menschenrechte? Sind die Angriffe auf

Religionsfreiheit zugleich Angriffe auf die Universalität der Menschenrechte?

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